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22:53 31.05.2017
Donald Trump: Selten passte das Sprichwort „nach mir die Sintflut“ besser. Quelle: dpa
Berlin

Die Beschwichtiger haben sich einmal mehr geirrt. Alle, die noch hofften, so schlimm werde es schon nicht kommen mit diesem selbstgefälligen Baulöwen im Weißen Haus, werden jetzt eines Schlechteren belehrt: US-Präsident Donald Trump will aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen. Mit einem Tweet hat er für die kommenden Tage seine Entscheidung dazu angekündigt. Führende US-Medien berichten bereits, dass Trump entschlossen sei, das Abkommen aufzukündigen. Es kümmert ihn nicht, dass führende Wissenschaftler rund um den Globus vor einer heraufziehenden Klimakatastrophe warnen. Vor abschmelzenden Polkappen, ansteigenden Meeresspiegeln, massiver Zunahme von extremen Wetterphänomenen wie Tornados, Waldbränden und Überschwemmungen.

Es ist ihm auch gleichgültig, was seine wichtigsten Verbündeten in Europa über seine Entscheidungen denken. Oder der Rest der Welt. Dass 194 Staaten weltweit das Klimaabkommen unterstützen? Dass außer ihm nur noch der syrische Diktator Assad gegen mehr Klimaschutz votiert? Was soll’s? Trump kümmert einzig und allein, was seine Fans von ihm denken – und wie er von der Russland-Affäre ablenken kann. Diese wurde zuletzt immer bedrohlicher: Das FBI ermittelt inzwischen auch gegen Trumps Schwiegersohn Jared Kushner wegen illegaler Moskau-Kontakte. Im Weißen Haus wurde daraufhin ein Krisenzentrum eingerichtet, um den Präsidenten und seine engsten Vertrauten aus der Schusslinie zu nehmen. Dieses Krisenzentrum soll eine Initiative von Trumps rechtsradikalem Intimus Steve Bannon gewesen sein, der zuletzt etwas in den Hintergrund getreten war. Mit der Kündigung des Klimaabkommens einen globalen Aufschrei zu provozieren und damit von den anderen Problemen abzulenken – das wäre exakt die Handschrift Bannons.

Schließlich erfüllt Trump mit dem Ausstieg aus dem Klimaabkommen lediglich eines seiner Wahlversprechen. Und im Mittleren Westen der USA – in Kansas, Nebraska und South Dakota –, wo Trump in einigen Wahlbezirken mehr als 80 Prozent der Stimmen erhielt, werden sie ihn dafür feiern, dass er es diesen „Umwelt-Kommunisten“ da draußen gezeigt hat. Selten passte das Sprichwort „nach mir die Sintflut“ besser.

Was Trumps Klima-Manöver nebenbei zeigt: Für den 45. US-Präsidenten ist es unendlich mühsam, etwas Konstruktives zu tun. Er hat politisch bislang kaum etwas zustande gebracht. Seine groß angekündigte Steuerreform etwa scheint in weiter Ferne. Aber er hat die Macht, zu zerstören: sei es die Gesundheitsreform seines Vorgängers Obama, sei es ein Luftwaffenstützpunkt in Syrien, sei es ein in mühsamen, jahrelangen Verhandlungen erarbeitetes Klimaabkommen.

Von RND/Wolfgang Büchner

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