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05:05 12.07.2017
8,3 Millionen Kinder und Jugendliche werden voraussichtlich im Jahr 2025 in Deutschland zur Schule gehen. Quelle: dpa
Hannover

In Deutschland kündigt sich ein Schüler-Boom an – und das nach 15 Jahren sinkender Schülerzahlen. Das haben Forscher im Auftrag der Bertelsmann Stiftung berechnet. 8,3 Millionen Kinder und Jugendliche werden voraussichtlich im Jahr 2025 in Deutschland zur Schule gehen. Das seien gut 300.000 Schüler mehr an den allgemeinbildenden Schulen als vor zwei Jahren. Die Kultusministerkonferenz (KMK) geht bisher für 2025 nur von 7,2 Millionen Schülern aus. Die Forscher warnen: Diese offizielle Prognose sei viel zu niedrig. Nun kämen erhebliche Investitionen auf die Bundesländer zu, weil zehntausende Lehrer und Klassenräume fehlten.

„Mit diesem Schüler-Boom hat kaum jemand gerechnet. Jetzt besteht enormer Handlungsdruck. Viele Bundesländer müssen komplett umdenken“, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Allein die Grundschulen bräuchten bis zum Jahr 2025 25.000 zusätzliche Lehrer. Zeitversetzt erreichten die starken Jahrgänge auch die weiterführenden Schulen. Dort würden 2030 dann zusätzlich 27.000 Lehrer benötigt.

Der Schüler-Boom findet in den Großstädten statt

Für angehende Pädagogen stehen rosige Zeiten ins Haus – für Schulbehörden in Ländern, Kreisen und Kommunen wird es um die Verwaltung des Mangels gehen, wenn die Vorhersagen der Forscher eintreffen. Und sie werden Neubauten in großer Zahl planen und bezahlen müssen. 2400 neue Grundschulen müssten binnen acht Jahren gebaut werden. Seit dem Jahr 2000 wurden bundesweit rund 1.800 Grundschulen wegen Schülermangels geschlossen.

Überproportional betraf das Landschulen in Ostdeutschland, die wahrscheinlich trotz des prognostizierten Booms dauerhaft geschlossen bleiben. Im Osten werden die Schülerzahlen langfristig wieder sinken. In den westdeutschen Flächenländern und vor allem in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sei der Bedarf am größten. Der Schüler-Boom wird ein Großstadtphänomen sein. Gründe seien steigenden Geburtenzahlen und verstärkte Einwanderung. 4,7 Milliarden Euro zusätzliche Bildungsausgaben – pro Jahr - müsste der Staat schultern.

Kultusminister müssen ihre Prognosen erst anpassen

Bislang hätten die Schulminister mit einer demographischen Rendite gerechnet. Ihre Annahme lautete: Trotz sinkender Schülerzahlen keine Budgetkürzungen, dadurch entsteht in den Schulen mehr Spielraum für Qualität. „Der Traum von der demographischen Rendite ist ausgeträumt. Jetzt gilt es, in zusätzliche Lehrer und Schulen zu investieren“, sagt Dräger. Er empfiehlt der KMK, ihre Prognose der Schülerzahlen zu aktualisieren. Die stammt aus dem Jahr 2013, als weder steigende Geburtenraten noch Rekord-Zuwanderung abzusehen waren. Die Bertelsmann Stiftung erwartet 2025 in den Grundschulen 22 Prozent mehr Schüler als die KMK.

Torsten Heil, Sprecher der KMK, stellt eine aktuelle Vorausberechnung der Schülerzahlen für den Herbst 2018 in Aussicht. Die offiziellen Prognosen seien als Folge der starken Flüchtlingszuwanderung 2015 ausgesetzt worden, „bis sich die Situation wieder stabilisiert hat“. Die Studie der Bertelsmann-Stiftung kommentierte er inhaltlich nicht. Im Herbst dieses Jahres wolle die KMK eine offizielle Umfrage bei den Schulträgern starten, sagte er.

Von Jan Sternberg/RND

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