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Deutschland / Welt Deutsche Sängerin in Türkei festgenommen
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18:35 23.06.2018
Wahlkampfveranstaltung der Oppositionspartei HDP: Deutsche Sängerin in der Türkei festgenommen. Quelle: EPA
Istanbul

Nach der kurzzeitigen Inhaftierung einer deutschen Geschäftsfrau in der Türkei von Mittwoch bis Freitag haben türkische Behörden eine weitere Deutsche festgenommen. Die Sängerin aus Köln mit kurdischen Wurzeln sei in der Nacht zum Samstag im westtürkischen Edirne nach einer Wahlkampfveranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP inhaftiert worden, sagte ein HDP-Politiker aus der Stadt, Murat Amil, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Polizisten hätten den Parteibus angehalten und die Frau mitgenommen. Sie habe bei HDP-Veranstaltungen gesungen und mit den Wahlkampf unterstützt.

Sonntag wählt die Türkei den Präsidenten

Am Sonntag wählt die Türkei den Präsidenten und ein neues Parlament. In Edirne sitzt auch der Präsidentschaftskandidat der HDP, Selahattin Demirtas, wegen Terrorvorwürfen seit November 2016 in Untersuchungshaft. Schafft die pro-kurdische HDP es in der Parlamentswahl über die Zehn-Prozent-Hürde, könnte Erdogans Partei AKP die absolute Mehrheit im Parlament verlieren.

Das Auswärtige Amt erklärte auf Anfrage lediglich, der Fall sei bekannt. Das Generalkonsulat in Istanbul und der Honorarkonsul vor Ort seien in Kontakt mit den türkischen Behörden. Einer Anwältin zufolge, die die Erstbetreuung der Sängerin übernahm, muss die Frau wegen der bevorstehenden Wahlen wohl bis Montag in Polizeigewahrsam bleiben und wird erst dann der Staatsanwaltschaft vorgeführt.

In Türkei festgenommene deutsche Geschäftsfrau wieder frei

Unterdessen ist eine am Mittwoch am Flughafen in Istanbul von türkischen Behörden festgenommene deutsche Geschäftsfrau ist wieder frei. Der Deutschen Presse-Agentur sagte die gebürtige Stuttgarterin mit türkischen Wurzeln am Samstag, sie sei am Freitag entlassen worden. Es habe sich um einen „Fehler im System“ gehandelt. Die Frau war an einer Ausreise in die Schweiz gehindert worden. Hintergrund der Festnahme war nach Angaben der Frau ein Prozess gegen sie nach einem Putschversuch in der Türkei im Juli 2016. Ihr sei damals zu Unrecht vorgeworfen worden, Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen zu haben, den die Regierung für den Umsturzversuch verantwortlich macht. Das Gericht habe sie im April 2018 freigesprochen. Die Polizei habe auch eine fast zweijährige Ausreisesperre aufgehoben. Offenbar sei aber eine weitere Ausreisewarnung im System der Ausländerbehörde nicht beseitigt worden. Die deutsche Botschaft in Ankara habe interveniert.

Von RND/dpa