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Deutschland / Welt „Der Kostendruck steigt“ – Lohnen private Krankenversicherungen?
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Der Kostendruck steigt“ – Lohnen private Krankenversicherungen?
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10:47 22.01.2019
„Oft gibt es Streit, weil die Versicherung die medizinische Notwendigkeit von Behandlungen anzweifelt“, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Quelle: Daniel Karmann/dpa

Frau Weidenbach, viele gesetzlich Versicherte blicken neidisch auf Privatpatienten. Wie zufrieden sind denn diese Versicherten mit ihren Privatkassen?

In unseren Beratungsstellen gibt es den meisten Unmut von Privatversicherten über die oft enormen Beitragssteigerungen. Ähnliche Erfahrungen macht der Ombudsmann der Versicherungen. Oft klagen Verbraucher, dass die von der Einkommenshöhe abgekoppelten Beiträge schon wieder steigen: Oft gibt es auch Streit, weil die Versicherung die medizinische Notwendigkeit von Behandlungen anzweifelt, wenn Uneinigkeit über die Auslegung des Vertrages oder über die Erstattung bestimmter Arznei- und Heilmittel herrscht.

Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Quelle: Verbraucherzentrale NRW.

Beim Ombudsmann steigt die Zahl der Schlichtungsfälle. Warum?

Auch bei den Privatversicherungen steigt der Kostendruck. Als Privatunternehmen müssen sie Gewinne erwirtschaften, während zugleich die Rechnungen der Versicherten immer höher ausfallen, weil es immer mehr medizinische Innovationen gibt, die immer teurer werden. Das ist die Entwicklung der letzten Jahre: Wie viele Menschen wurden vor 15 Jahren schon ins MRT geschickt? Das ist heute, wenn es medizinisch angeraten ist, fast üblich.

Wie wirkt sich der Kostendruck auf die Versicherten aus?

Die üblichen Behandlungen können die Versicherer kaum beeinflussen. Wenn ein Arzt eine OP im Rahmen der Gebührenordnung für nötig hält, wird das keine Versicherung verweigern. Sie versuchen eher zu sparen, indem sie die Rechnungen als fehlerhaft beanstanden. Auch die Zeiten, in denen Versicherungen im Zweifel Kulanz zeigten, sind vorbei. Heute prüfen sie auch, ob jemand wirklich „arbeitsunfähig krank“ ist, sodass sie Krankentagegeld zahlen müssen – oder nicht. Sie bezweifeln, dass jemand wirklich krank ist, und wollen Blaumacher überführen, indem sie Kranke zu den Vertrauensärzten der Versicherung schicken oder nach Arztunterlagen fragen. Außerdem prüfen sie, ob ein Versicherter „nur“ länger krank ist oder schon berufsunfähig, so dass private oder andere Versorgungssysteme zuständig sind.

Wenn man also die Wahl hat: Worauf muss man achten, bevor man sich privat versichert?

Zuerst muss man genau prüfen, ob eine private Krankenversicherung wirklich das passendste Modell ist. Selbstständige haben die Wahl, zur Privatkasse zu gehen. Auch bei Angestellten, deren Verdienst über der Pflichtversicherungsgrenze liegt, muss das Angebot zur Lebensphase und Lebensplanung passen. Will man etwa Kinder, muss man einplanen, den Beitrag für jedes mitversicherte Familienmitglied zu zahlen: für Partner, die nicht arbeiten und sich etwa um die Kinder kümmern; auch für jedes Kind. So können sich Beiträge über 1000 Euro im Monat summieren, da kommen bei manchem die Einnahmen kaum nach.

Von Steven Geyer

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