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Das sind die Verkehrsrowdys unter den Diplomaten

Verkehrsverstöße Das sind die Verkehrsrowdys unter den Diplomaten

Ausländische Diplomaten haben auch im vergangenen Jahr in Deutschland massenhaft Verkehrsverstöße begangen – ohne dass es Folgen für sie hatte: Botschafter und Botschaftsmitarbeiter genießen diplomatische Immunität. Einige Länder sammelten besonders viele Strafzettel pro Fahrzeug.

Dank ihrer Immunität müssen die Botschafter und Botschaftsmitarbeiter keine Strafen für Verkehrsdelikte fürchten.

Quelle: dpa

Berlin. Jedes Jahr nennt die Berliner Innenverwaltung eine Zahl, die ihre Machtlosigkeit beweist. Die Zahl liegt für 2016 bei 22.816, für 2015 sogar bei 24.118. So viele Verkehrsverstöße begingen ausländische Diplomaten in der Hauptstadt. Sie parkten im absoluten Halteverbot, rasten und bauten Unfälle – und alles blieb folgenlos. Wegen der diplomatischen Immunität sind sie von der Strafverfolgung im Entsendeland ausgenommen. Strafzettel können sie also folgenlos zerknüllen.

Der Berliner Landeskasse entgehen so jedes Jahr mehrere Hunderttausend Euro an nicht eingetriebenen Geldbußen. Zudem waren Botschaftsangehörige in 58 Verkehrsunfälle mit 26 Verletzten diplomatisch verwickelt.

Das sind Berlins gefährlichste Nummernschilder

Vor einer Erwähnung in der öffentlichen Hitliste des Verkehrsrowdytums schützt die diplomatische Immunität jedoch nicht. Die gefährlichsten Zahlen Berlins lauten demnach 0-110, 0-128 und 0-48. Das sind die Länderkennzeichen der Philippinen, des Sudans und Griechenland. Die Filipinos brachten das Kunststück fertig, mit nur acht Botschafts-Autos volle 485 Strafzettel einzufahren – 60 pro Fahrzeug. Die sudanesische Botschaft hat zehn Fahrzeuge in Berlin, die zusammen 565 Mal auffielen – 56 Mal pro Auto. Die Griechen fahren mit 24 Botschaftsautos durch die Hauptstadt und kassierten 2016 volle 560 Strafzettel – immerhin noch 24 pro Fahrzeug.

Wer im Berliner Straßenverkehr einem Diplomatenfahrzeug mit diesen Kennzeichen begegnet, sollte also sicherheitshalber Abstand halten. Das gilt auch für Botschaftsfahrer aus China (Länderkennzeichen 0-29), Saudi-Arabien (0-118) und Russland (0-140). Diese drei Länder lagen 2016 in absoluten Zahlen ganz vorne auf der Verkehrsrowdy-Hitliste. Die Chinesen fielen 735 Mal auf, die russischen Fahrer 697 Mal, die Saudis 683 Mal. Alle drei Länder haben aber auch große Botschaften in Berlin und fahren jeweils mit hundert und mehr Fahrzeugen durch die Hauptstadt. An der Spitze liegen dort die USA, die allein 260 Autos zugelassen haben. Diese fielen 629 Mal negativ auf – jedes also 2,4 Mal im Jahr. Verglichen mit den Filipinos gilt das schon als äußerst diplomatisches Autofahren.

Von RND/dpa

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