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Deutschland / Welt Fakten widersprechen sich: Prozess um getöteten Daniel H. in Gefahr
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Fakten widersprechen sich: Prozess um getöteten Daniel H. in Gefahr
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15:38 27.02.2019
Eine Gedenkplatte mit der Aufschrift „Daniel H. - 26.08.2018“ hat die Blumen und Kerzen am Tatort in Chemnitz abgelöst. Quelle: Martin Kloth/dpa
Chemnitz

Am 26. August vergangenen Jahres wurde Daniel H. in Chemnitz durch mehrere Messerstiche getötet. Haupt-Tatverdächtige sind zwei Asylbewerber. Der Tod des 35-Jährigen löste wochenlange Proteste in der Stadt aus, die Zahl rassistischer Übergriffe wuchs rapide an.

Am 18. März beginnt nun der Prozess gegen die beiden Beschuldigten Alaa S. und Farhad A. Nur S., ein 23-jähriger Syrer, sitzt in Untersuchungshaft. Nach dem mutmaßlichen Haupttäter Farhad A. wird gefahndet, eine heiße Spur gibt es auch ein halbes Jahr später nicht. Nun meldet die „Zeit“: Das Verfahren steht auf wackligen Beinen, weil sich mehrere Zeugenaussagen und Ermittlungsergebnisse widersprechen. Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) aus Justizkreisen bestätigen das.

Hauptzeuge konnte kaum etwas erkennen

So geht die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage davon aus, dass das Opfer Daniel H. von zwei Tätern mit zwei Messern gleichzeitig von hinten und vorne erstochen wurde. An anderer Stelle der Anklageschrift heiße es jedoch, dass die beiden Beschuldigten Alaa S. und Farhad A. das Opfer unter Verwendung „der gleichen Tatwaffe“ getötet haben sollen - also mit nur einem Messer.

Tatsächlich fanden die Ermittler laut der Anklageschrift nur ein einziges Messer mit Blutspuren des Opfers. Hinzu kommt, dass es weder DNA- noch sonstige Spuren gibt, die den Angeklagten Alaa S. belasten. „Er ist der falsche Mann“, verlautet aus Justizkreisen. Doch Farhad A. bleibt verschwunden. Die Ermittlungen gegen einen dritten Tatverdächtigen wurden eingestellt.

Widersprüchlich sind auch die Zeugenaussagen. Der Hauptbelastungszeuge habe gut 50 Meter entfernt gestanden, erfuhr das RND ebenfalls aus Justizkreisen. Bei den Lichtverhältnissen um drei Uhr morgens hätte er kaum etwas erkennen können. Laut „Zeit“ hat der Mann in wesentlichen Punkten seine Aussage zugunsten von Alaa S. revidiert.

Das Verfahren des Landgerichts Chemnitz wurde aus Platz- und Sicherheitsgründen nach Dresden verlegt.

Lesen Sie auch: Chemnitz, die Stadt des Unbehagens

Von RND/jps

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