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Deutschland / Welt Bericht: Hacker kaufte Daten teilweise im Darknet
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bericht: Hacker kaufte Daten teilweise im Darknet
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07:59 10.01.2019
Die illegal ins Netz gestellten Daten sollen einem Medienbericht zufolge teilweise aus dem Darknet stammen. Quelle: Annette Zoepf
Berlin

Teile der Zugangsdaten des großangelegten Datendiebstahls bei Politikern und Prominenten stammen nach einem Medienbericht aus dem Darknet. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, sind die von dem 20-jährigen Schüler aus Hessen ins Netz gestellten Daten der knapp 1000 geschädigten Politiker und Prominenten nur zu einem Teil bei von ihm selbst durchgeführten Hacker-Angriffen erbeutet worden.

Ein anderer Teil der Zugangsdaten zu den Social-Media-Konten der Geschädigten sowie ein Teil der geleakten Social-Media-Daten selbst soll der Beschuldigte im Darknet, einem verborgenen Teil des Internets, gekauft haben. Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main bestätigte „Bild“, dass gegen den Beschuldigten daher auch wegen des Vorwurfs der „Datenhehlerei“ ermittelt werde.

Lesen Sie hier: So finden Sie heraus, ob Sie gehackt wurden

Innenausschuss berät über Datenklau

Der junge Hacker war Anfang der Woche festgenommen worden – aber der Fall der massenhaften Veröffentlichung privater Daten von Politikern und Prominenten ist damit noch längst nicht abschlossen. Die Mitglieder des Innenausschusses des Bundestages wollen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und von den Chefs der Sicherheitsbehörden wissen, wieso sie und andere Betroffene nicht früher darüber informiert wurden, dass ihre Handynummern und zum Teil auch private Chat-Verläufe im Netz für jedermann zu finden waren. Die Behördenvertreter werden an diesem Donnerstag (11 Uhr) in einer Sondersitzung des Innenausschusses Rede und Antwort stehen. Die Sitzung ist nicht öffentlich.

Der FDP-Digitalexperte Manuel Höferlin sagte am Mittwoch, der Innenminister müsse die IT-Sicherheit zur Chefsache machen. Auch wenn die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien, hätten die Betroffenen ein Recht darauf zu erfahren, wie genau der Täter an die Daten gelangt seien und ob dabei Sicherheitslücken ausgenutzt worden seien, sagte der FDP-Politiker.

20-jähriger Hacker wieder auf freiem Fuß

Der 20-jährige Hacker legte nach seiner Festnahme ein Geständnis ab und wurde anschließend auf freien Fuß gesetzt. Bei seiner Vernehmung sagte er nach Angaben des Bundeskriminalamtes, er habe Menschen „bloßstellen“ wollen, über deren öffentliche Äußerungen er sich geärgert habe.

Lesen Sie hier ein Interview mit dem Netzpolitik-Experten Markus Beckedahl über Doxing: „Junge Männer mit zu viel Wut“

Von RND/dpa/jw

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