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Deutschland / Welt Baukindergeld: Ökonomen zweifeln, Gewerkschaften loben
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17:44 27.06.2018
Der Beschluss zum Baukindergeld ruft Kritik und Zustimmung hervor. Quelle: dpa
Berlin

Die Meinungen über den Kompromiss der Großen Koalition zur zeitlichen Befristung des Baukindergeldes gehen stark auseinander: Während der Beschluss bei Ökonomen auf scharfe Kritik stößt, äußern Gewerkschaften und Bauindustrie Zustimmung.

Entlastung angespannter Situation in Städten

„Jungen Familien die Eigentumsbildung zu erleichtern, kann dem Wohnungsbau einen deutlichen Schub geben“, sagte Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Wir erwarten, dass der positive Effekt aufgrund der hohen Bodenpreise in den Großstädten vor allem in den ländlichen Regionen die Nachfrage antreibt“, so Babiel weiter. „Dies kann auch zur Entlastung der angespannten Situation in den Städten beitragen.“

Die IG Bau rechnet mit spürbaren Vorzieheffekten wegen des Auslaufens der Förderung im Jahr 2020. „Es ist richtig, den Sozialwohnungsbau und bezahlbaren Wohnraum zu fördern und darüber hinaus jetzt alle Instrumente zu nutzen, um das Ziel der Bundesregierung von bundesweit 1,5 Millionen Neubauwohnungen bis 2021 zu erreichen, sagte IG BAU-Bundesvorsitzenden Robert Feiger dem RND.

Nachhaltige Politik sieht anders aus

„Es ist ein Armutszeugnis, wenn die Regierung mit dem Baukindergeld ein Instrument einführt und gleichzeitig wieder abschafft“, sagt wiederum Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanz- und Immobilienmärkte beim Institut der deutschen Wirtschaft, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Eine verlässliche, nachhaltige und langfristige Politik sieht anders aus“, so der Ökonom weiter.

Voigtländer bezweifelt sogar, dass die Koalitionäre ihr Ziel erreichen werden, durch das Auslaufen der Förderung im Jahr 2020 den gesteckten Finanzrahmen von 1,6 Milliarden Euro für die laufende Legislaturperiode einzuhalten. „Nach unseren Berechnungen wird das Baukindergeld in den nun vorgesehen drei Jahren mindestens 2,7 Milliarden Euro kosten“, sagte Michael Voigtländer dem RND.

Fördereffekt des Baukindergeldes droht zu verpuffen

Mögliche Vorzieheffekte durch das Auslaufen der Förderungen seien bei der konservativen Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. „Wir müssen davon ausgehen, dass in den kommenden zwei Jahren mehr Eigenheime gebaut und gekauft werden als üblich, was wiederum zu Preissteigerungen führen wird“, so Voigtländer, der ohnehin schon minimale Fördereffekt des Baukindergeldes drohe dadurch vollends zu verpuffen.

Der IG Bau Bundesvorsitzende Feiger zeigt Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung auf: „Ob die Maßnahme erfolgreich wird, hängt aber entscheidend davon ab, ob die Behörden in der Lage sind, die steigende Zahl von Baugenehmigungen rechtzeitig zu erteilen. Denn für den Anspruch auf das Baukindergeld kommt es darauf an, wann die Genehmigung vorliegt.“

Von RND/Andreas Niesmann

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