Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Barley: Sexismus ist Alltag
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Barley: Sexismus ist Alltag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 22.10.2017
Familienministerin Katarina Barley und die Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Andrea Nahles. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin/Los Angeles

Die SPD-Politikerinnen Andrea Nahles und Katarina Barley beklagen in der „#MeToo“-Debatte Machotum und Sexismus in der deutschen Politik und in der Gesellschaft. „Immer wenn ich es in ein Gremium geschafft hatte, stellte ich fest: Es gibt noch ein höheres, informelles Gremium, in dem die Männer die Entscheidungen unter sich treffen“, sagte Nahles der „Bild am Sonntag“. „Mit einer Frau an der Spitze ist dieses Muster nun durchbrochen.“ Nahles ist seit Ende September Fraktionschefin der SPD im Bundestag.

In ihrer politischen Karriere habe sie selbst Sexismus erlebt, berichtete Nahles: „Eine typische Sexismus-Erfahrung ist, dass Frauen nicht ernst genommen werden. Ich habe in meinem Leben unglaublich oft gehört: Die kann das nicht. Oder: Sie ist noch nicht so weit.“ Bei Frauen werde sogar noch die Qualifikation angezweifelt, wenn sie bereits sehr erfolgreich im Leben stünden. „Ich kenne nichts Vergleichbares bei Männern.“

Hashtag löst Debatte über Sexismus aus

Familienministerin Barley zeigte sich erfreut über die „#MeToo“-Debatte, die vom Missbrauchsskandal um Hollywoodmogul Harvey Weinstein auch in Deutschland ausgelöst wurde. „Sexismus ist Alltag, in der einen Branche mehr als in der anderen“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Unter dem Hashtag #MeToo berichten Frauen in aller Welt seit Tagen in den sozialen Medien über Erfahrungen mit Chauvinismus, Sexismus und sexualisierter Gewalt.

Auch Barley berichtet von negativen Erfahrungen: So gebe es bei offiziellen Fototerminen „schon den einen oder anderen, der bei der Umarmung oder wenn man eng beieinander steht, seine Hand mal länger auf der Taille lässt oder fester zugreift“, sagte sie. „Einen gab es, sehr viel älter als die meisten, der packte besonders fest zu. Wegen seines Alters habe ich das aber abgetan.“ Frauen müssten sich oft fragen, ob sie sich gegen Sexismus öffentlich wehren sollten.

Dutzende Frauen werfen Weinstein sexuelle Übergriffe vor

Die Zahl der Frauen, die Weinstein sexuelle Übergriffe vorwerfen, wuchs dem US-Sender NBC zufolge unterdessen auf mehr als 60. Sie sei von dem Produzenten „zu Tode geängstigt“ worden, sagte Anwalt David Ring in Los Angeles etwa über seine Mandantin, eine anonyme italienische Schauspielerin. Die Frau hatte angegeben, Weinstein vor vier Jahren auf sein Drängen hin in ihr Hotelzimmer gelassen zu haben. Im Badezimmer habe er sie dann vergewaltigt. Weinstein hat erklären lassen, er weise Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex zurück.

Der Verband der US-Regisseure DGA leitete derweil Schritte zum Ausschluss Weinsteins ein. „Solche erbärmlichen Machtmissbräuche dürfen nicht hingenommen werden“, teilte der DGA-Vorstand dem Portal „Deadline“ zufolge mit. „Wir müssen anerkennen, dass sexuelle Belästigung in unserer Gesellschaft zu Hause ist, und auf schmerzhafte Weise in unserer Branche.“ Regisseure, Agenten, Filmcrews, Vorstände, Darsteller, Produzenten und Drehbuchschreiber hätten zu lange geschwiegen. „Dieser beschämende Kodex der Mittäterschaft muss gebrochen werden“.

Von RND/dpa

Vier Elitesoldaten der US-Armee verloren Anfang Oktober in Niger ihr Leben. Trotz mehrfacher Aufforderungen durch den Kongress legte das Pentagon bisher keinen vollständigen Bericht zur Tragödie vor. Aus gutem Grund: Das Unglück steht offenbar in einem direkten Zusammenhang mit der leichtfertigen Außenpolitik des Präsidenten.

22.10.2017

Die Regierungskoalition unter Führung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe hat bei der Parlamentswahl laut Prognosen eine stabile Mehrheit errungen. Damit dürfte die Debatte um eine von Abe angestrebte Änderung der pazifistischen Nachkriegsverfassung an Fahrt gewinnen.

22.10.2017

Autonomiebestrebungen einzelner Regionen werden in Europa im Licht der Katalonien-Krise mit Sorge gesehen. In Italien stimmen am Sonntag zwei der reichsten Regionen über mehr eigene Kompetenzen ab.

22.10.2017
Anzeige