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Deutschland / Welt Finne Alexander Stubb macht CSU-Mann Weber Konkurrenz
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16:46 04.10.2018
Mit seiner Biografie kann er sich sehen lassen: Alexander Stubb ist Ex-Regierungschef von Finnland, Ex-Parteichef, Ex-Außenminister, Ex-Europaminister, Ex-Finanzminister. Quelle: Roni Rekomaa/dpa
Straßburg

Alexander Stubb hat mit seinen 50 Jahren schon eine Menge Ex in seiner Biografie: Ex-Regierungschef von Finnland, Ex-Parteichef, Ex-Außenminister, Ex-Europaminister, Ex-Finanzminister - ganz zu schweigen von seiner Vergangenheit als ehemaliges Mitglied der finnischen Golf-Nationalmannschaft. Nun nimmt der Konservative vom nördlichsten Ende der Europäischen Union ein neues Ziel in den Blick: Stubb will EU-Kommissionspräsident werden – und macht damit dem CSU-Politiker Manfred Weber Konkurrenz.

Weber hat seine Bewerbung um die Spitzenkandidatur der Europäischen Volkspartei für die Europawahl 2019 bereits angemeldet. Am Dienstag nun stieg nun Stubb ins Rennen ein. Die EVP entscheidet am 8. November in Helsinki, wen sie tatsächlich nominiert. Der Kandidat darf sich Chancen ausrechnen, Jean-Claude Juncker an der Spitze der mächtigen EU-Kommission zu beerben.

Stubb als scharfer Kontrast zu Juncker

Stubb, der in der finnischen Koalitionsarithmetik seine Regierungsposten verlor und seit 2017 Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank ist, wäre rein äußerlich ein scharfer Kontrast zu Juncker. Der wirkte zuletzt gebrechlich. Der drahtige Finne dagegen ist Triathlet und Marathonläufer, den Cooper-Ausdauer-Test nennt er seine Version des Glücks.

Politisch unterscheidet sich der ehemalige Europaabgeordnete weniger von Juncker und auch nicht allzu sehr von Weber. „Ich habe ein gutes Verhältnis zu Manfred“, sagte Stubb bei seiner Vorstellung am Dienstag, bei der er übrigens flüssig zwischen Englisch, Französisch und Deutsch hin und her wechselte. Politisch verortete er sich „ein kleines bisschen weiter mitte-links“ als Weber.

Stupp will sich „Populismus frontal entgegenstellen“

Mit seiner Bewerbung wolle er vor allem für europäische Werte eintreten. „Ich bin sehr tolerant, aber ich habe null Toleranz für Intoleranz“, formulierte Stubb. Und: „Ich werde mich dem Populismus frontal entgegenstellen.“ Ängste der Bürger vor Migration und Jobverlusten müsse man aber ernst nehmen. Asylbewerber will er in Zentren außerhalb der EU sammeln und Berechtigte in der EU verteilen.

Weber gibt sich als Niederbayer heimattreu und bodenständig. Stubb dagegen, den es schon als Kind in die USA verschlug und der in South Carolina, Brüssel und London studierte, präsentiert sich als vielsprachiger, weltläufiger und technikverliebter Nerd. Auf Twitter hat der verheiratete Vater zweier Kinder mehr als 31 000 Nachrichten versandt, auf Youtube erklärt er seine Formel für das Glück.

Das meint Stubb übrigens wörtlich: Die Formel heißt 8+8+8. Acht Stunden Schlaf, acht Stunden Arbeit, acht Stunden für sich. Mehr zu arbeiten, hält er für Unsinn. Ob er das in der EU-Schaltzentrale in Brüssel durchhalten könnte? Erstmal hinkommen, ist wohl die Devise.

Von RND/dpa

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