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Panorama Vierter Toter nach Explosion in Pariser Bäckerei
Nachrichten Panorama Vierter Toter nach Explosion in Pariser Bäckerei
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15:58 13.01.2019
Eine kaputte Gasleitung hatte zu der Explosion im Zentrum von Paris geführt. Quelle: action press
Paris

Nach der schweren Gasexplosion in einer Pariser Bäckerei haben Einsatzkräfte nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter den Trümmern ein weiteres Todesopfer entdeckt. Die Zahl der Toten stieg damit auf insgesamt vier. Etwa 30 Feuerwehrleute suchten am Sonntag nach möglichen weiteren Opfern, wie der Sprecher der Pariser Feuerbehörde, Eric Moulin, sagte.

Am Samstagmorgen gegen 9 Uhr erschütterte eine Explosion das Zentrum der französischen Hauptstadt. Eine Leiche wird erst am Tag nach dem Unglück aus den Trümmern geborgen. Unter den Toten sind zwei Feuerwehrleute und eine spanische Touristin, über das vierte Opfer ist noch nichts bekannt.

Zehn Verletzte in kritischem Zustand

Dutzende Menschen werden verletzt, zehn von ihnen befanden sich nach Behördenangaben vom Sonntag in einem kritischen Zustand.. Die Behörden vermuten ein Gasleck als Auslöser. Die Feuerwehr wurde wegen des austretenden Gases in die Straße gerufen, wie der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz dem Sender France Info sagte. Anschließend habe es die Explosion gegeben, dann sei Feuer ausgebrochen.

Die Opfer-Bilanz ist nach Worten von Frankreichs Innenminister Christophe Castaner „ernst“. Doch es scheint, als sei Paris mit Glück einer noch größeren Katastrophe entgangen, denn die Explosion ereignet sich mitten in einem Wohngebiet. Das Haus ist nach der Explosion einsturzgefährdet. „Man muss das Gebäude vom Keller bis nach oben absichern“, sagt Moulin.

Szenerie der Verwüstung

Die Wucht der Detonation lässt noch ganze Straßenblöcke entfernt die Häuser erbeben und hinterlässt eine Szenerie der Verwüstung. In der Luft liegt ein Geruch nach Verbranntem, der Boden ist voller Scherben, Schutt und Löschwasser. Die Fenster der Nachbarhäuser sind fast alle vollständig zerstört. Abgestellte Autos haben ebenfalls keine Scheiben mehr.

Von der einstigen Bäckerei ist nichts mehr übrig. Quelle: imago

Von der untere Etage des Hauses an der Ecke, wo die Explosion sich ereignete, ist fast nichts mehr übrig. Dort stehen nur noch Mauern - Fenster oder Türen lassen sich maximal erahnen. Eine Bäckerei war dort, davon ist jetzt nichts mehr zu erkennen. Gäste aus umliegenden Hotels flohen nach der Explosion auf die Straße - manche nur halb angezogen oder im Bademantel.

300 Einsatzkräfte sind vor Ort

„Wir haben geschlafen, und plötzlich haben wir ein Geräusch gehört“, erzählt Elonara Romano. Es sei zwar laut gewesen und habe an berstendes Glas erinnert, aber sie und ihr Gastgeber Ugo Weyl, der in der Nachbarschaft wohnt, hätten sich erstmal nichts dabei gedacht. Erst Nachrichten von Freunden machen sie auf die Katastrophe vor der Haustür aufmerksam. Dann sehen sie, dass auch die Scheiben in ihrer Wohnung zerbrochen sind.

Rund 100 Polizisten und knapp 200 Feuerwehrleute sind laut Innenminister nach der Explosion im Einsatz. Mittels Drehleitern befreien Einsatzkräfte Menschen aus dem betroffenen und den umliegenden Gebäuden. Die Sicherheitsbehörden prüfen, ob benachbarte Gebäude beschädigt sind und daraus eine Gefährdung entstehen könnte. Auf Anordnung der Polizei dürfen zwölf Häuser in der Umgebung zwei Tage lang nicht betreten werden, wie France Bleu berichtet.

Paris fürchtet Attentate

Die Explosion erschüttert das 9. Arrondissement in Paris kurz vor angekündigten Demonstrationen der „Gelbwesten“ in der Hauptstadt. Weil wieder Ausschreitungen befürchtet wurden, liegen die Nerven bei den Sicherheitsbehörden ohnehin blank. Rund 5000 Sicherheitskräfte sind am Samstag in Paris im Einsatz, um die Demonstrationen abzusichern.

Feuerwehrleute versorgen einen Verletzten. Nach wie vor sind zehn Menschen in kritischem Zustand. Quelle: Thibault Camus/AP/dpa

Außerdem steckt vielen Franzosen noch die Erinnerung an den Anschlag in Straßburg vor einem Monat in den Knochen. Am 11. Dezember hatte ein Angreifer in der Innenstadt der elsässischen Stadt das Feuer eröffnet. Fünf Menschen starben, viele weitere wurden verletzt.

Ein Anwohner, den die Explosion in Paris aus dem Schlaf riss, sagt am Samstag dem Sender BFMTV: „Ich habe gespürt, wie mein Haus für eine oder zwei Sekunden in seinen Grundfesten schwankte. Ich habe mich gefragt, ob es ein Attentat gab. Ich hatte ein bisschen Angst.“

Von RND/dpa/ap