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Panorama Verdächtige Geräusche: Bricht der Rest der Morandi-Brücke ein?
Nachrichten Panorama Verdächtige Geräusche: Bricht der Rest der Morandi-Brücke ein?
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17:00 20.08.2018
Ein Arbeiter inspiziert das Gebiet um die eingestürzte Morandi-Autobahnbrücke. Quelle: Nicola Marfisi/AP/dpa
Genua

Aus Sicherheitsgründen haben Feuerwehrleute in Genua ihre Arbeit unter einem der beiden Brückenreste vorläufig eingestellt. Der Rumpf, der über evakuierten Wohnhäusern verläuft, mache Geräusche, die sich von denen in den vergangenen Tagen unterschieden, sagte Feuerwehr-Sprecher Luca Cari am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Bewohner der Häuser dürften deshalb von nun an keine persönlichen Gegenstände mehr aus ihren Wohnungen holen – offenbar kann nicht ausgeschlossen werden, das weitere Teile der Brücke einbrechen.

Trump bietet Hilfe nach Brücken-Katastrophe an

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte Hilfe angeboten. Trump habe Conte am Montag in einem Telefonat sein Beileid ausgesprochen und ihm Hilfe angeboten, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, in Washington mit.

Der Polcevera-Viadukt in der norditalienischen Hafenstadt war während eines Unwetters am vergangenen Dienstag eingestürzt. Über 30 Fahrzeuge stürzten rund 45 Meter in die Tiefe. Nach offiziellen Angaben kamen 43 Menschen ums Leben. Die Brücke gehörte zur Autobahn 10, die eine wichtige Verbindungsstraße in anliegende italienische Regionen und nach Südfrankreich ist. Die genaue Ursache für den Einsturz ist noch unklar. Experten vermuten aber, dass die Katastrophe durch den Riss eines Tragseils verursacht worden sein könnte.

Neue Bleiben für betroffene Familien

Am Montag sollten die ersten betroffenen Familien neue Bleiben bekommen, kündigte der Regionalpräsident von Ligurien, Giovanni Toti, auf Twitter an. Bis zum 20. September sollten weitere 40 Wohnungen zur Verfügung stehen, bis Ende des Monats weitere 100. „Innerhalb von maximal acht Wochen gibt es ein Zuhause für alle“, versprach er. Mehr als 500 Genuesen hatten ihre Wohnungen verlassen müssen.

Rost an Seilen schon seit Monaten bekannt

Einem Medienbericht zufolge war bereits im Februar bekannt, dass die Seile der Morandi-Brücke von Rost befallen waren. Das bestätige das Protokoll einer Sitzung von mindestens sieben Ingenieuren, die den italienischen Staat und den Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia vertreten hatten, wie das Nachrichtenmagazin „L'Espresso“ am Wochenende berichtete. Das Ergebnis der Überprüfung habe weder zu einer Sperrung noch zu einer Begrenzung des Verkehrs auf der Brücke geführt, schrieb „L'Espresso“. Aus dem Verkehrsministerium verlautete, es liefen interne Prüfungen zu dieser Frage.

Von RND/dpa