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Gericht verurteilt Geisterfahrer wegen Mordes Lübeck will jedem Flüchtling einen Sprachkurs anbieten

Lübeck Lübeck will jedem Flüchtling einen Sprachkurs anbieten

Volkshochschule erarbeitet ein Konzept — Stadt hat Grundstücke für bis zu 4000 neue Wohnungen ausfindig gemacht — Lübeck entwickelt Holzhaus für Asylbewerber.

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Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Seit Monaten vermittelt Sonja Grunwald (2. v. r.) im Haus der Diakonie ehrenamtlich Deutschkenntnisse. Jetzt soll die Volkshochschule ein Programm entwickeln, das für jeden erwachsenen Flüchtling einen Sprachkurs anbietet.

Quelle: Gemeindediakonie

Lübeck. Ein Dach über dem Kopf reicht auf Dauer nicht. Was macht Lübeck mit den Flüchtlingen, wenn sie in einer Gemeinschaftsunterkunft untergekommen sind? Diese Frage hat sich die Stadtverwaltung gestellt. Ergebnis, so Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): „Wir brauchen Wohnungen, Sprachkurse und Beschäftigung für die Menschen, die hierher kommen.“ Die wichtigste Voraussetzung für eine gelingende Integration seien Deutsch-Kenntnisse. Saxe hat die Volkshochschule gebeten, ein Programm zu entwickeln, das für jeden erwachsenen Flüchtling einen Sprachkurs anbietet.

Die VHS erarbeitet derzeit ein Konzept und kalkuliert die Kosten. Bis spätestens Anfang November will VHS-Chefin Christiane Wiebe das Papier vorlegen. „Wir wollen umsetzen, was Bund und Land nicht tun“, bestätigt Wiebe. Der Bürgermeister hofft auf eine kräftige finanzielle Beteiligung des Landes und der Stiftungen, auch die Stadt werde sich an den Kosten beteiligen. Möglicherweise müssten auch die Personalkapazitäten der VHS aufgestockt werden.

Zusammen mit der Agentur für Arbeit und den Kammern bereitet Saxe eine Initiative vor, die Flüchtlinge in Arbeit, Ausbildung und in Praktikumsstellen bringen soll. „Wir wollen bei der Industrie, beim Handwerk und bei der Gastronomie dafür werben, dass sie Asylbewerbern eine berufliche Chance geben“, erklärt der Verwaltungschef. Das sei für die Flüchtlinge enorm wichtig (Saxe: „Das Herumsitzen in der Gemeinschaftsunterkunft ist nicht befriedigend.“), aber die örtliche Wirtschaft habe auch Bedarf an Fachkräften. Kammern und Arbeitsagentur würden die Fähigkeiten der Asylbewerber überprüfen und Nach- und Weiterqualifikationen veranlassen. Die Volkshochschule könne Sprachunterricht auf die künftigen Einsatzgebiete der Flüchtlinge zuschneiden.

Die Stadtverwaltung hat über 30 Grundstücke für den schnellen Bau von neuen Wohnungen ausfindig gemacht. Bürgermeister Saxe appellierte gestern bei einer Immobilienkonferenz der Sparkasse zu Lübeck an die private und genossenschaftliche Wohnungswirtschaft, jetzt zügig neuen Wohnraum zu erstellen. „Auf den Flächen können 3000 bis 4000 neue Einheiten entstehen“, erklärte Saxe. Mögliche Baugrundstücke seien der Bornkamp, die Schlutuper Straße auf Marli, der frühere Sportplatz Rehsprung oder Blessendahl in Kücknitz. „Das sind Flächen, auf denen bereits Baurecht besteht oder die ohne Bebauungsplan genutzt werden können“, sagte der Bürgermeister. Saxe geht davon aus, dass Lübeck in den kommenden Jahren 5000 neue Wohnungen braucht.

Die Verwaltung arbeitet gerade eine vollständige Liste der Grundstücke aus, die dann der Wohnungswirtschaft zur Verfügung gestellt wird. Parallel erwartet der Verwaltungschef von Bund und Land, dass sie die Standards für Neubauten absenken. Die neuen Einheiten sind nicht nur für die Unterbringung von Flüchtlingen gedacht. „Wir brauchen 2000 bis 3000 Einheiten im sozialen Wohnungsbau, aber auch Wohnungen für Studenten und gehobene Ansprüche“, so Saxe. Parallel arbeitet die Verwaltung zusammen mit dem örtlichen Handwerk an Holzhäusern, die als Gemeinschaftsunterkünfte genutzt werden sollen.

Diese Häuser können bis zu 40 Personen beherbergen und sollen die bisher üblichen Container ersetzen. Laut Sozialsenator Sven Schindler (SPD) muss Lübeck mittlerweile bis zu vier Monate warten, ehe Container geliefert werden. Der Entwurf für die Holzhäuser steht, jetzt geht es um Fragen der Serienproduktion.

In Zahlen
34 Gemeinschaftsunterkünfte unterhält die Hansestadt aktuell. In diesen Objekten kommen Flüchtlinge unter, die der Stadt vom Land zugewiesen wurden.
280 Flüchtlinge kamen im September in die Hansestadt. Das sind weniger als erwartet. „Wir haben mit 400 bis 500 gerechnet“, erklärt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Die Prognosen gehen von 120 bis 150 Neuankömmlingen pro Woche aus.

Kai Dordowsky

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