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Panorama Tierquäler verstümmeln Robben vor Ostseeküste
Nachrichten Panorama Tierquäler verstümmeln Robben vor Ostseeküste
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15:01 12.07.2018
Brutal getötet: An der polnischen Ostsee werden immer wieder tote Robben gefunden. Quelle: Radek Jagielski
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Swinemünde

Grausige Funde vor der polnischen Küste: Unbekannte Täter haben hier in den vergangenen Wochen mehr als 100 Robben getötet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Unter Verdacht stehen Fischer, die beteuern aber ihre Unschuld. Das Töten der seltenen Tiere, die unter strengem Schutz stehen, empört die Menschen. Denn die Robben wurden teilweise auf bestialische Weise verstümmelt.

Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, wurden die toten Meeressäuger an verschiedenen Orten gefunden. Allein im Juni habe es 100 tote Tiere gegeben. Einige von ihnen hätten sich in Fischernetzen verstrickt, andere seien krank gewesen. Es habe jedoch auch etliche Fälle, in denen tote Robben sichtbare Spuren von Verstümmelungen aufgewiesen hätten: Sie hatten mitunter auch angeschnittene Mägen.

In einer Untersuchung soll nun geklärt werden, ob die Wunden die direkte Todesursache der Robben waren oder ob sie ihnen später zugefügt wurden. Am vergangenen Sonnabend wurde am Strand in Lubiewo bei Misdroy eine weitere tote Robbe gefunden. Zuvor gab es ähnliche Fälle in Dziwnówek und Niechorze in Westpommern.

Schnell gerieten Fischer unter Verdacht, bestätigt ist dies jedoch nicht. Tomasz Olechir von der Seestation der Universität Stettin in Misdroy betont auch deshalb, dass die Ursachen für die vielen toten Robben mit Ruhe untersucht werden sollte: „Ich kenne Fischer und ich glaube nicht, dass sie es sind. Sie sind Menschen des Meeres. Zwar mögen sie keine Robben, aber sie machen keine so schrecklichen Dinge. Ich würde eher dazu neigen, dass es sich um eine psychisch gestörte Person handelt“, sagt Olechwir.

Derzeit werden Robben an der polnischen Küste unter der besonderen Aufsicht der Tierschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) geführt. WWF-Freiwillige versuchen, die Robben vor aufdringlichen Touristen zu schützen. „Menschen machen Urlaubsfotos, aber sie haben keine Ahnung, dass man sich den Robben nicht zu nahekommen sollte, weil sie Angst bekommen und sich so verletzen könnten“, sagt Konrad Wrzecionkowski vom WWF. „Ein Seehund sollte auch nicht gefüttert werden, denn er geht vor allem ans Ufer, um sich auszuruhen und ist dann bereits satt“, erklärt Wrzecionkowski. Es sei kein Geheimnis, dass Fischer Seehunde nicht mögen, weil sie ihnen Fische vom Netz fressen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass sie diese auf eine solche Weise verstümmeln würden, meint auch er.

Insgesamt wächst der Bestand der Seehunde in der Ostsee. Laut Daten aus dem Jahr 2014 leben aktuell mehr als 32.000 Kegelrobben in der Ostsee. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Ostsee noch etwa 100.000 Säugetiere dieser Gattung – trotz regelmäßiger Jagden.

Von Radek Jagielski

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