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Panorama Staatsanwalt fordert im Höxter-Prozess lebenslange Haftstrafen
Nachrichten Panorama Staatsanwalt fordert im Höxter-Prozess lebenslange Haftstrafen
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13:59 05.09.2018
Der Angeklagte Wilfried Max W. und die Angeklagte Angelika W. im Mordprozess Höxter sitzen im Landgericht. Quelle: dpa
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Paderborn

Im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haftstrafen für die beiden Angeklagten Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika W. beantragt. Oberstaatsanwalt Ralf Meyer sieht es als erwiesen an, dass sich die beiden des gemeinschaftlichen versuchten und vollendeten Mordes schuldig gemacht haben. Für beide Angeklagte beantragte Meyer zusätzlich die besondere Schwere der Schuld.

Vorzeitige Haftentlassung ist so gut wie ausgeschlossen

Falls sich das Gericht dieser Ansicht anschließt, wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Für den 48-jährigen Wilfried forderte der Oberstaatsanwalt in seinem Plädoyer am Mittwoch außerdem die Unterbringung in einer Psychiatrie.

Bewusstsein war da – trotz Intelligenzminderung

Überraschend schloss sich die Staatsanwaltschaft im Fall des Angeklagten damit nicht der Empfehlung der forensischen Psychiaterin an. Die Expertin hatte in ihrem Gutachten Wilfried W. eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert. Roland Weber, Anwalt einer Nebenklägerin, teilte in seinem Plädoyer die Sicht der Staatsanwaltschaft. „Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass Wilfried W. erkannt hat, dass die Tochter meiner Mandantin sterben könnte. Das Bewusstsein dafür war da. Trotz seiner Intelligenzminderung“, sagte Weber.

„Sie hat allerschwerste Schuld auf sich geladen“

Auch schloss Weber eine Strafminderung für die Angeklagte wegen ihres Geständnisses aus. „Sie hat allerschwerste Schuld auf sich geladen.“ Laut Weber würde Angelika W. erfahrungsgemäß für 20 bis 21 Jahre ins Gefängnis gehen, wenn sich das Gericht dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft anschließt. „Das wäre ihrer Schuld angemessen“, sagt der Anwalt.

Angeklagt ist das Paar wegen Mordes durch Unterlassen. Die beiden sollen über Jahre hinweg mehrere Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort seelisch unter Druck gesetzt und zum Teil körperlich schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien.

Angeklagte will eine sehr ausführliche Aussage machen

Am Donnerstag tragen die Anwälte des Angeklagten Wilfried W. ihre Plädoyers vor. In der nächsten Woche folgen dann die Rechtsbeistände von Angelika W. Derzeit ist noch offen, wann das Landgericht Paderborn ein Urteil sprechen wird. Fällt das letzte Wort von Angelika W. kurz aus, wäre ein Prozessende am 14. September möglich. Sollte sie, wie sie dem Gericht schriftlich angekündigt hat, von dieser Möglichkeit ausführlich über Stunden Gebrauch machen, würde ein Urteil erst am 5. Oktober fallen.

Von RND/dpa

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