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Panorama Musikszene trauert um „einen der größten Melodienschreiber“
Nachrichten Panorama Musikszene trauert um „einen der größten Melodienschreiber“
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11:54 21.04.2018
Star-DJ Avicii, mit bürgerlichen Namen Tim Bergling, starb mit nur 28 Jahren – die Musikszene zeigt sich schockiert über den Tod des jungen Künstlers. Quelle: imago/ZUMA Press
New York

Nach dem Tod des DJ und Musikproduzenten Avicii (Tim Bergling) sitzt der Schock in der Elektro-Szene und darüber hinaus tief. Stars wie David Guetta, Calvin Harris und Nile Rogers zeigten sich am Freitag betrübt. Auch das schwedische Königshaus äußerte sich bestürzt. Der weltweit erfolgreiche Tim Bergling war in Maskat, der Hauptstadt des Golfstaats Oman, tot aufgefunden worden. 2016 hatte er sich aus gesundheitlichen Gründen von Großauftritten zurückgezogen. Spekuliert wurde über eine Alkoholsucht des Stars. Laut Informationen des Fokus ist der Bruder von Bergling in den Oman gereist, um die genauen Todesumstände des jungen Künstlers herauszufinden.

Am Freitag trat die Publizistin Diana Baron mit der traurigen Nachricht an die Öffentlichkeit: „Mit tiefer Trauer teilen wir den Verlust von Tim Bergling mit, auch bekannt als Avicii.“ Die Familie sei erschüttert „und wir bitten alle, bitte ihre Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit zu respektieren. Es wird keine weiteren Erklärungen geben“. Genauere Informationen über Aviciis Tod waren zunächst nicht zu bekommen. Die Polizei in Oman und die staatlichen Medien des Sultanats hatten am Freitagabend keinen Bericht zum Tod des schwedischen Weltstars.

Schwerer Abschied vom „kleinen Bruder“

Der amerikanische Musikproduzent Nile Rogers sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP, Avicii sei sein „kleiner Bruder“ gewesen. Er wisse zwar nicht, was passiert sei. Aber als Freund und Musiker könne er sagen, Tim Bergling sei einer der größten Melodienschreiber gewesen, mit denen er je gearbeitet habe. „Und ich habe mit einigen der brillantesten Musiker auf dem Planeten gearbeitet.“

Auch auf die gesundheitlichen Probleme Aviciis spielte Rogers an. Bei seinem letzten Auftritt mit dem Künstler vor drei Jahren habe er sich aufgeregt, weil Avicii betrunken gewesen sei. „Ich war traurig, weil er mir versprochen hatte, mit dem Trinken aufzuhören, und als ich in an dem Abend gesehen habe, war er betrunken.“ Er habe ihn darauf angesprochen und gefragt, was los sei. Aviciis anschließende Show hätte er nicht mehr gesehen, weil es ihm so das Herz gebrochen habe.

Schweden habe einen seiner größten Künstler verloren

Nach seinem plötzlichen Tod meldete sich auch DJ David Guetta entsetzt zu Wort. Die Welt habe ein unglaubliches Talent verloren. „Danke für deine schönen Melodien, die Zeit, die wir zusammen im Studio verbracht haben, bei DJ-Auftritten oder beim Genießen des Lebens als Freunde.“

DJ Calvin Harris würdigte Avicii als wunderbaren Menschen mit Leidenschaft und Talent, der noch „so viel mehr zu tun“ gehabt hätte. Schwedens Prinz Carl Philip und seine Frau Sofia gedachten dem Musiker ebenfalls, der bei ihrer Hochzeit aufgelegt hatte. „Wir sind dankbar, dass wir ihn gekannt haben, und haben den Künstler und die großartige Person, die er war, sehr bewundert.“ Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven sagte, das Land habe einen seiner größten Künstler verloren.

Avicii galt als Pionier der zeitgenössischen Elektromusik

Avicii hatte als Schöpfer von Hits wie „Levels“ und „Wake Me Up“ weltweit Erfolge verbucht. Er galt als Pionier der zeitgenössischen Elektromusik und war rund um den Globus in den größten Hallen und Arenen vor enthusiastischen Fans aufgetreten. Der DJ gewann zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei MTV Music Awards und ein Billboard Music Award. Zweimal war er für einen Grammy nominiert worden. Darüber hinaus arbeitete er als Produzent mit Superstars wie Madonna bei „Devil Pray“ und der britischen Rockband Coldplay bei „A Sky Full Of Stars“ und „Hymn For The Weekend“ zusammen.

Gesundheitliche Probleme beendeten seine Tourneezeit

Allerdings litt er auch an akuter Bauschspeicheldrüsenentzündung. 2014 wurden ihm die Gallenblase und Appendix entfernt, was ihm zur Absage von Auftritten zwang. Zwei Jahre später gab er das Tourneegeschäft auf und zog sich ins Musikstudio zurück.

Dem „Billboard“ sagte er damals: „Es war eine verrückte Reise. Ich habe mit 16 angefangen, zu produzieren. Ich begann mit 18, auf Tourneen zu gehen. Von da an war ich zu 100 Prozent drin.“ Und weiter: „Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, denke ich: Whoa, habe ich das gemacht? Es war in gewisser Weise die beste Zeit meines Lebens. Dafür war ein Preis zu zahlen - viel Stress und Angst für mich - aber es war die beste Reise meines Lebens“.

Von dpa/RND/lf

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