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Panorama Mordfall Leonie: Tatverdächtiger bestreitet Vorwürfe
Nachrichten Panorama Mordfall Leonie: Tatverdächtiger bestreitet Vorwürfe
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12:57 22.01.2019
Kerzen und Plüschtiere stehen vor dem Eingang des Hauses, wo das sechsjährige Mädchen ums Leben kam. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Torgelow

Der unter Mordverdacht stehende Stiefvater der toten Leonie aus Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) bestreitet gegenüber den Behörden, die Sechsjährige umgebracht zu haben. Laut Staatsanwaltschaft hat sich David H. zwar bei seiner Vorführung gegenüber dem Amtsgericht Stralsund geäußert, den Tatvorwurf aber bestritten. Seitdem sitzt der Verdächtige in Untersuchungshaft in der JVA Bützow. Bei seiner ersten Vernehmung der Polizei nach seiner Verhaftung am Montag hatte der Mann noch von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Dem 27-Jährigen werden Mord durch Unterlassen und Körperverletzung vorgeworfen. Er soll die sechs Jahre alte Tochter seiner Lebensgefährtin derart misshandelt haben, dass sie am 12. Januar in der Wohnung der Familie in Torgelow starb. Er habe den nahenden Tod des Kindes infolge der Misshandlungen erkannt und billigend in Kauf genommen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Um seine Tat zu verdecken, habe er demnach nicht rechtzeitig medizinische Hilfe geholt. Bei seiner Vernehmung auf dem Polizeirevier in Pasewalk am 14. Januar war er geflohen und konnte von der Polizei erst nach sieben Tagen Flucht am Montag bei Anklam gestellt werden.

Polizei bildet Ermittlungsgruppe „Leonie“

Die Polizei hat mittlerweile die Ermittlungsgruppe „Leonie“ mit fünf Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ins Leben gerufen. Die Polizisten sind auf besonders schwerwiegende Verbrechen wie Mord spezialisiert. „Alle be- und entlastenden Tatsachen werden jetzt zusammengetragen“, sagte Polizeisprecherin Nicole Buchfink.

So würden nun weitere Zeugen befragt, auch im Umfeld der Familie. Die Wohnung der Familie in Torgelow wurde beschlagnahmt. Von einer sogenannten Blutspurenmusteranalyse erhoffen sich die Ermittler, den möglichen Tathergang rekonstruieren zu können. Dabei werden kleinste Blutspritzer mit Hilfe des chemischen Mittels Luminol sichtbar gemacht. Auch wird eine DNA-Analyse des Blutes unternommen.

Zudem werde die rechtsmedizinische Untersuchung des zweijährigen Bruders des toten Mädchens ausgewertet. Im Zentrum der Ermittlungen steht auch, wo sich David H. während seiner Flucht aufgehalten hat. „Wir haben Hinweise auf den Aufenthaltsort, denen wir nachgehen“, sagte Buchfink. Sie bestätigt, dass die Polizei bereits während der mehrtägigen Flucht des Tatverdächtigen Kontakt zu seinem Anwalt hatte.

Die Ermittlungen werden voraussichtlich mehrere Monate andauern.

Von Alexander Müller/RND

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