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Panorama Mehr Volumen wagen: Der Siegeszug der Daunenjacke
Nachrichten Panorama Mehr Volumen wagen: Der Siegeszug der Daunenjacke
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14:00 20.01.2019
Dass man in „Puffer Jackets“ auch elegant aussehen kann, hat jüngst Valentinos Kreativdirektor Pierpaolo Piccioli mit diesen bodenlangen Daunenroben für das Label Moncler bewiesen. Quelle: www.capitalpictures.com
Hannover

Viele Jahre warb der französische Reifenhersteller Michelin mit einem Männchen, das so rund und wohlgeformt war, dass man ihm heute eine Runde Intervallfasten verordnen würde. Damals aber wirkte das voluminöse Michelin-Männchen vertrauenswürdig und äußerst sympathisch.

Dass man sich bis heute daran erinnert, hängt weniger mit dem schädlichen Einfluss zusammen, den der Abrieb von Autoreifen auf unsere Umwelt hat, sondern damit, dass die Daunenjacken, die wir tragen, seit ein paar Jahren immer wulstiger und voluminöser werden.

Wenn man sie trägt, kann man sich fühlen, als versinke man in einer schützenden Festung, die nicht nur den nasskalten Winter, sondern mithilfe der Kapuze auch den nervenden Lärm der Großstadt aussperrt.

Wie aus vergangenen Zeiten – oder aus der Zukunft: Die Daunengewänder von Moncler in voller Schönheit. Quelle: www.capitalpictures.com

Dass man in den Daunenjacken auch elegant und leichtfüßig aussehen kann, hat jüngst Valentinos Kreativdirektor Pierpaolo Piccioli bewiesen, der für das Label Moncler im Einsatz war. Die langen, mehrschichtigen Daunenkleider, die bei dieser Kooperation entstanden sind, haben die Silhouette einer Sanduhr und erinnern an eine Epoche, in der Frauen noch lange Kleider, Korsetts und Schillerlocken trugen.

Kombiniert werden die bodenlangen Daunenlagen mit leichten Kapuzen­capes. Die Puppen, die im Backstagebereich der Moncler-Schau die Mäntel in Form hielten, wirkten ein bisschen, als seien sie eine Leihgabe aus einem historischen Museum.

Und tatsächlich ist die Daunenjacke ein Kleidungsstück mit Geschichte. Heute ist das zwar schwer vorstellbar, mit all den technisch anmutenden Informationen zu Wassersäule und Textiltechnik, die auf den kleinen Zetteln an so manchem Modell im Handel hängen.

Wärme für Raver, Schulkinder und Lady Di

Einer Legende nach aber will der US-Amerikaner Eddie Bauer im Jahr 1936 das erste Modell namens Skyliner erfunden haben, nachdem er bei einem Angelausflug im Winter fast erfroren wäre. Dem Modell, das kurz darauf der Modeschöpfer Charles James auf den Markt brachte, wurde zunächst wenig Bedeutung beigemessen. Doch das Prinzip, Daunenfedern in wattierten Stoff einzubetten, setzte sich schließlich durch.

In den Fünfziger- und Sechzigerjahren trug man in der leichten Form, wie sie heute an kühlen Sommerabenden wieder vielerorts zu sehen ist, Daune. Damals war sie eine Hausjacke, sozusagen eine tragbare Decke.

Später trugen eigentlich alle Daune oder auch kostengünstige Füllungen aus Polyester, und zwar vor allem draußen: „Puffer Jackets“ wärmten Raver, Schulkinder, Wintersportler und Hafenarbeiter. Berühmt wurden mit steter Regelmäßigkeit die Daunenjacken, die die stilbewusste Lady Di in ihren Ski-Urlauben trug.

Ordentlich aufgeplustert: Puffer Jacket von Balenciaga. Quelle: Hersteller

Auch gab es immer wieder Modelle, die aufgrund ihres Schnittes zum Klassiker wurden. Der Entwurf, den das Haus Maison Margiela kurz vor der Jahrtausendwende auf den Markt brachte, etwa setzte Standards bei der Form.

Dass die Daune jüngst Teddyfelljacken und Wollmäntel auf die Plätze verwies, lag an dem knallroten Oversize-Modell, das Demna Gvasalia bei seiner Herbst/Winter-Show für das Haus Balenciaga präsentierte. Mittlerweile gibt es Kopien in allen möglichen Farben.

Und wer etwas auf sich hält, sagt auch nicht mehr „Daune“, sondern neumodern und englisch „Puffer Jacket“. Sonst hat sich eigentlich nicht viel geändert. Wer Daune trägt, kann sich so wohlig fühlen wie ein Michelin-Männchen. Oder sich einfach freuen, dass die Welt da draußen ein bisschen leiser wird.

Von Dany Schrader

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