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Panorama „Identitäre“ sitzen auf Zypern fest
Nachrichten Panorama „Identitäre“ sitzen auf Zypern fest
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14:43 27.07.2017
Für ihre Aktion „Defend Europe“ charterten Mitglieder der „Identitären Bewegung“ die „C-Star“. Quelle: dpa
Istanbul

Die türkischen Behörden prüfen, ob sich Mitglieder der ultrarechten „Identitären Bewegung“ an Bord eines Schiffes mit falschen Papieren als Seeleute ausgegeben haben. Ein Gericht in der nordzyprischen Hafenstadt Famagusta habe gegen die zehn Verdächtigen einen eintägigen Gefängnisaufenthalt angeordnet, berichtete die Zeitung „Kibris gazetesi“. Nach ARD-Informationen befindet sich auch der Besitzer des von den Aktivisten den „Identitären“ gecharterten Schiffes in Gewahrsam. Den Festgenommenen wird unter anderem Dokumentenfälschung vorgeworfen.

Die vom Verfassungsschutz beobachtete „Identitäre Bewegung“ will im Rahmen der Aktion „Defend Europe“ Migranten vor der Küste Libyens abfangen und zurück nach Afrika bringen. Dazu will sie beobachten, wie Schiffe von anderen Nichtregierungsorganisationen Flüchtlinge aus Seenot retten.

20 Männer aus Sri Lanka wollten nach Italien

An Bord der „C-Star“ sollen sich laut ARD-Faktenfinder zusätzlich zur übrigen Besatzung 20 Männer aus Sri Lanka befunden haben. 15 von ihnen reisten demnach zurück in die Heimat, fünf baten um Asyl. Sie gaben Medienberichten zufolge an, in Dschibuti an Bord gegangen zu sein und Geld gezahlt zu haben, um nach Italien gebracht zu werden.

Identitäre sprechen von „kostenpflichtigem Trainingseinsatz“

Die Aktivisten von „Defend Europe“ veröffentlichten auf Twitter eine anders lautende Erklärung. Demnach handelte es sich bei den 20 Männern aus Sri Lanka um angehende Seeleute, die auf der „C-Star“ einen „kostenpflichtigen Trainingseinsatz“ absolvierten. Sie seien auf Zypern von einer nicht namentlich genannten NGO bestochen worden, Asylanträge zu stellen. „Urplötzlich“ hätten sie dann Vorwürfe gegen Kapitän und Mannschaft der „C-Star“ erhoben. Die „Mission“ könnte zwar verzögert, aber nicht aufgehalten werden, schrieben die „Identitären“ auf Twitter. Sie würden planen, nach Sizilien weiterzufahren, wo weitere Mitglieder der Bewegung an Bord gehen sollen.

Von RND/dpa/scha