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Panorama „Allein bist du nichts“
Nachrichten Panorama „Allein bist du nichts“
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14:42 07.12.2014
„Von Sandsäcken geträumt“: Michael Raddatz am Elbufer in Lauenburg. Quelle: dpa
Hannover

Drei Wochen lang hat der 53-Jährige den Hochwassereinsatz in Lauenburg geleitet, gemeinsam mit 3500 Helfern erfolgreich verhindert, dass die historische Altstadt in den Fluten der Elbe versinkt.

13, 14 – bisweilen 16 Stunden lang war Raddatz jeden Tag im Einsatz. „Als am 3. Juni das Telefon klingelte und der Einsatzbefehl kam, ahnte ich noch nicht, was auf uns zukommen würde“, sagt er. Das „Wir“ ist dem Feuerwehrmann wichtig. „Allein bist du nichts. Egal, was kommt – es funktioniert nur im Team.“ So auch in Lauenburg. Als er in der 12 000-Einwohner-Stadt am Rande Schleswig-Holsteins eintrifft, ist die Elbe bereits aus ihrem Bett gequollen. Fünf Meter tief ist der Fluss üblicherweise. „Experten gingen zeitweise von einem Pegelstand von mehr als zehn Metern aus“, erinnert sich Raddatz. Es drohte eine Katastrophe für den Ort, dessen historische Unterstadt direkt am Elbufer jährlich Zehntausende Urlauber lockt. „Ein Durchweichen der Deiche, die Flutung der Altstadt und eines Gewerbegebiets galt es zu verhindern“, sagt der Ehrenamtler.

Eine Mammutaufgabe. Ein Knochenjob. Für den Feuerwehrchef ebenso wie für seine Kameraden, Soldaten, Sanitäter und THW-Helfer. Wie viele Sandsäcke gefüllt und aufgetürmt wurden? „Es waren unzählige“, sagt Raddatz. Selbst mit anpacken war und ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Ein Einsatzleiter ist nur so gut wie sein Team – und umgekehrt.“ Wie groß die Strapazen während des Einsatzes waren, das habe er gar nicht gespürt. „Ich war mittendrin und voller Adrenalin.“ Allerdings habe seine Frau immer wieder voll Sorge angerufen und gesagt, er müsse zwischendurch auch einmal Pause machen und schlafen. „Dann habe ich von Sandsäcken und dem Einsatz geträumt.“

Stolz ist er heute, sechs Monate nach dem Einsatz, das große Ziel erreicht zu haben. „Wir haben uns gemeinsam gegen die Naturgewalt gestemmt und das Schlimmste verhindert.“ Und nicht nur das bleibt als Erinnerung: „Nie zuvor  habe ich ein so gewaltiges Wirgefühl und so große Dankbarkeit von Menschen erlebt, deren Hab und Gut wir bewahren konnten.“

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