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Panorama Gruppenvergewaltigungen: Erster Angeklagter legt Geständnis ab
Nachrichten Panorama Gruppenvergewaltigungen: Erster Angeklagter legt Geständnis ab
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13:17 13.07.2018
Vor dem Essener Landgericht werden die Gruppenvergewaltigungen mehrerer Mädchen verhandelt. Quelle: dpa
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Essen

Im Prozess um eine Serie von Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet hat einer der fünf Angeklagten ein Geständnis abgelegt. „Ich stehe zu meinen Taten und möchte mich in aller Form entschuldigen“, ließ der 20-jährige Gelsenkirchener über seinen Verteidiger am Freitag vor dem Landgericht Essen erklären. Darüber hinaus bot er allen betroffenen Schülerinnen ein angemessenes Schmerzensgeld an. Er schäme sich für seine Taten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf 17 bis 24 Jahre alten Deutschen Übergriffe in wechselnder Beteiligung auf insgesamt sieben Schülerinnen vor. In fünf Fällen soll es zu Vergewaltigungen gekommen sein. Laut Anklage verabredeten sich die Täter stets mit einzelnen Mädchen und fuhren dann mit diesen in abgelegene Waldgebiete oder auf Feldwege. Unter dem Vorwand, mal kurz telefonieren zu müssen, sollen sie Handys abgenommen haben, ehe es zu sexuellen Übergriffen kam. Außerdem sollen sie mehrere Opfer zuvor geschlagen und bedroht haben.

Es habe aber „durchaus auch einvernehmliche sexuelle Handlungen“ gegeben, wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) unter Berufung auf die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft berichtet.

Mädchen soll Freundin zum Sex angeboten haben

Eines der Mädchen soll den Männern eine Freundin zum Sex angeboten haben, heißt es in dem Bericht weiter. Dafür würde sie selbst in Ruhe gelassen, versprachen ihr die mutmaßlichen Täter. Gegen die junge Frau laufe derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung.

Das Vorgehen der jungen Männern ist laut Angaben der WAZ offenbar nicht neu: Bereits in den neunziger Jahren sollen männliche Verwandte der jetzt angeklagten Männer wegen ganz ähnlicher Taten verurteilt worden sein – ebenfalls vor dem Essener Landgericht. Demnach sollen auch sie „befreundete Mädchen, die im Auto in einsame Gebiete gefahren“ wurden, vergewaltigt haben. Die Akten zu den entsprechenden Fällen seien verschwunden.

Das Landgericht hat vorerst 21 Verhandlungstage angesetzt. Die Straftaten sollen nach früheren Angaben der Ermittler im vergangenen Winter in Essen und Gelsenkirchen begangen worden sein.

Von RND/dpa/are

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