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Panorama Freiburg: Alle acht Verdächtigen bleiben in U-Haft
Nachrichten Panorama Freiburg: Alle acht Verdächtigen bleiben in U-Haft
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15:02 21.11.2018
Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 18-Jährigen durch mehrere Männer zeigt die Polizei mehr Präsenz in der Freiburger Innenstadt. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Freiburg

Im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg sind die acht Festgenommenen weiter in Untersuchungshaft. Die vor rund einem Monat verhängten Haftbefehle blieben wegen des dringenden Tatverdachts in Kraft, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Freiburg am Mittwoch. Gegen die Männer, die Ende Oktober festgenommen wurden, werde weiter ermittelt. Zudem suche die Polizei noch immer nach zwei Unbekannten, von denen nach der Tat Körperspuren gefunden wurden. Diese Spuren konnten bislang jedoch nicht bestimmten Personen zugeordnet werden, sagte ein Sprecher.

Mitte Oktober war den Ermittlern zufolge eine 18-Jährige in Freiburg nach einem Discobesuch von mehreren Männern vergewaltigt worden. Bei den acht Verdächtigen handelt es sich um sieben Syrer im Alter von 19 Jahren bis 29 Jahren und einen 25 Jahre alten Deutschen.

Hauptverdächtiger kam über Familiennachzug nach Deutschland

Hauptbeschuldigter ist ein inzwischen 22 Jahre alter Syrer. Er gilt als Intensivtäter. Gegen den Mann bestand bereits vor der Tat ein Haftbefehl, verhaftet wurde er damals aber nicht. Er war der Polizei nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart seit seiner Einreise in Deutschland im Oktober 2014 mit 29 Delikten aufgefallen. Nach Deutschland gekommen war er Behördenkreisen zufolge über den politisch umstrittenen Familiennachzug, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten. Demnach reiste der kurdische Syrer im Oktober 2014 nach Deutschland ein.

Seit August 2018 ist nach mehrjähriger Pause auch der Familiennachzug für Ehepartner, Kinder und Eltern von Minderjährigen zu subsidiär Schutzberechtigten wieder möglich. Die große Koalition in Berlin hatte sich auf 1000 dieser Visa pro Monat geeinigt. Subsidiären Schutz bekommt, wem im Heimatland „ernsthafter Schaden“ durch Folter, Todesstrafe oder Krieg droht. Diese Gruppe durfte zuletzt zwei Jahre lang keine Angehörigen nach Deutschland holen. Das Verfahren ist kompliziert: Den Antrag müssen die Angehörigen des Flüchtlings bei den für ihre Heimatregion zuständigen deutschen Auslandsvertretungen stellen. Neben der Prüfung der Familienverhältnisse werden auch humanitäre Gründe und Integrationsaspekte berücksichtigt.

Von RND/dpa