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Panorama Dächer werden geräumt – Tauwetter und Regen machen Schnee immer schwerer
Nachrichten Panorama Dächer werden geräumt – Tauwetter und Regen machen Schnee immer schwerer
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13:17 13.01.2019
Angeseilt Feuerwehrleute räumen im bayrischen Ramsau mit Schneeschiebern das Daches der ortsansässigen Grundschule von den Schneemassen. Quelle: Tim Oelbermann/dpa
München

Das seit Tagen andauernde Schneechaos in den bayerischen Alpen ist noch lange nicht vorbei. Nach einer kurzen niederschlagfreien Atempause für Helfer und Anwohner schneit es seit der Nacht zum Sonntag in Katastrophenregionen am Alpenrand weiter. Bei Plusgraden begann es am Sonntagmorgen teilweise zu tauen. Dadurch könnte der Schnee nass und schwer werden - eine zusätzliche Belastung für die Dächer von Wohnhäusern und Gebäuden.

In dem Wintersportort Balderschwang im Allgäu sitzen nach einem Lawinenabgang rund 2000 Einwohner und Touristen fest. „Der Riedbergpass ist vorsorglich gesperrt, weil auch hier Lawinengefahr herrscht“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Damit ist die einzige Verbindung von deutscher Seite aus zum beliebten Tourismusziel blockiert. Zuvor war auf österreichischer Seite bei Hittisau eine Lawine abgegangen. Verletzte gab es nicht. Die Versorgung für die in rund 1000 Meter Höhe liegenden Gemeinde ist vorerst gesichert. Die Stromleitungen sind intakt. „Eine Evakuierung ist derzeit nicht geplant“, hieß es.

Lawine tötet drei Deutsche in Österreich

Im österreichischen Lech sind drei Deutsche durch eine Lawine ums Leben gekommen. Eine weitere Person aus der Gruppe wird noch vermisst – die Suche nach ihm gestaltet sich schwer.

Landkreise stellen sich auf neuen Schnee ein

„Wir verzeichnen am Morgen 25 Zentimeter Neuschnee in Teisendorf, 30 Zentimeter in Ruhpolding und 21 Zentimeter in Garmisch“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Menschen in den oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Berchtesgadener Land und Traunstein, wo teilweise seit Tagen der Katastrophenfall gilt, müssen demnach mit zusätzlichen Schneemassen zurechtkommen.

Es hört nicht auf zu schneien – und wenn doch, dann reicht es maximal zum kurzen Durchatmen. Denn am Wochenende gab es wieder viele Schneestürme. In der kommenden Woche sind sogar bis zu einem Meter Neuschnee vorausgesagt. Die Bilder aus der Region.

Die Experten rechneten zudem mit starken Böen, die tagsüber Verwehungen und Schneebruch auslösen könnten. Ab Montag soll es wieder kälter werden - dann könnte örtlich über ein Meter Neuschnee fallen. In den Alpen herrscht zudem erhebliche Lawinengefahr.

„Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu ernster Besorgnis“

Der Neuschnee führte in der Nacht zum Sonntag in Niederbayern zu zahlreichen Unfällen und Straßensperrungen, Polizei und Feuerwehr verzeichneten deswegen mehr als 150 Einsätze. Wie die Polizei mitteilte, gab es bis zum Morgen 24 Unfälle. Ein Mensch wurde schwer verletzt. Vielerorts stürzten - etwa in den Landkreisen Deggendorf und Straubing-Bogen - Bäume auf die Straßen, weil das Gewicht des Schnees zu groß war. Etliche Straßen seien deswegen nicht passierbar. Bergungsarbeiten sind den Angaben zufolge für die Helfer derzeit zu gefährlich, weil weitere Bäume umstürzen könnten.

Vor Ort: „Das habe ich in 38 Jahren nicht erlebt“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Samstag angekündigt, 500 weitere Bereitschaftspolizisten in die betroffenen Gebiete zu schicken. Sie sollen vor allem helfen, die Dächer einsturzgefährdeter Gebäude freizuschaufeln. „Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu ernster Besorgnis“, hatte Söder bei einem Besuch in Bad Tölz gesagt. Insgesamt sind seinen Angaben nach dann 5000 Kräfte im Einsatz.

In Kempten im Allgäu sperrte die Stadt am Samstagabend wegen der Schneelast vorsorglich elf Sporthallen. Diese sollen bis einschließlich Dienstag geschlossen bleiben, weil durch die angekündigten Niederschläge mit noch höherem Gewicht auf den Dächern zu rechnen sei, teilte ein Sprecher der Stadt am Samstag mit.

Von RND/dpa