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Panorama Dreifache Mutter stirbt an Masern
Nachrichten Panorama Dreifache Mutter stirbt an Masern
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11:34 23.05.2017
In Deutschland galten die Masern schon als nahezu ausgerottet – doch nun steigen die Zahlen der Erkrankten deutlich an. Quelle: dpa
Essen

Eine 37 Jahre alte Frau ist in Essen an Masern gestorben. Sie sei am vergangenen Wochenende trotz einer intensivmedizinischen Behandlung in der Uniklinik „ziemlich schnell verstorben“, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes in Essen, Rainer Kundt, am Dienstag. Laut Medienberichten war die dreifache Mutter nach ihrer Erkrankung in die Uniklinik überwiesen worden. Am Samstag sei die 37-jährige Deutsche verstorben.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) handelt es sich um den ersten Masern-Todesfall in Deutschland in diesem Jahr. Eine vorhandene Impfung sei offenbar nicht ausreichend gewesen: Nach Informationen des WDR war die Frau als Kind einmal geimpft worden, zur einer empfohlenen zweite Impfung kam es nicht.

Masernfälle in Essen binnen eines Monats verdreifacht

Nach den jüngsten landesweiten Daten des Landeszentrums Gesundheit erkrankten bis Mitte Mai 2017 bislang 381 Menschen in NRW. Allein In Essen waren laut WAZ 31 Fälle bekannt – binnen eines Monats hatte sich die Zahl dort verdreifacht. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2016 registrierten die Gesundheitsämter in dem Bundesland nur 28 Fälle.

Der Masern-Ausbruch in NRW schlägt sich auch in den bundesweiten Zahlen nieder: Das RKI registrierte in den ersten Monaten dieses Jahres bereits mehr Masern-Fälle als im gesamten Jahr 2016.

Kundt appellierte an die Bevölkerung, den Impfstatus zu überprüfen. „Masern sind keine harmlose Kindererkrankung, sondern können bei Kindern zu Hirnhautentzündungen und bei Erwachsenen zu Lungenentzündungen führen.“

Italien hat Impflicht eingeführt

Masern verlaufen bei jeder 1000. bis 10.000. Erkrankung tödlich. Neben Hirn-Folgeerkrankungen können sie das Immunsystem so schwächen, dass Infekte hinzukommen, die tödlich verlaufen. Auch für Patienten mit Krebs oder Mangelernährung können sie tödliche Folgen haben. In Deutschland galt die Viruserkrankung schon als nahezu ausgerottet, doch seit einigen Jahren steigen die Zahlen.

Italien hatte nach einer Masernepidemie in diesem Jahr Anfang Mai die Impfpflicht für zwölf Krankheiten eingeführt, darunter Masern, Mumps, Keuchhusten und Windpocken. Nicht geimpfte Kinder bekommen keinen Krippen- oder Kindergartenplatz. Eltern schulpflichtiger Kinder müssen Bußen zahlen, wenn ihre Kinder nicht geimpft sind.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte erst am Montag geäußert, dass er eine solche Maßnahme nicht für nötig erachtet.

Von dpa/RND/zys