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06:58 30.10.2017
Nicht lustig: Horrorclowns können Menschen zu Tode erschrecken. Quelle: dpa
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Hannover

Er kam aus dem Nichts, rote Perücke und Clownsnase, brüllte zwei kleine Mädchen an und schwang einen axtähnlichen Gegenstand. Im nordrhein-westfälischen Menden erschreckte vor Kurzem eine als Clown kostümierte Person zwei kleine Mädchen fast zu Tode. Die elf und zwölf Jahre alten Kinder liefen davon, eine der Mütter erstattete Anzeige. Nur wenige Tage später soll in Berlin-Weißensee ein Unbekannter, ebenfalls mit Clownsmaske, versucht haben, eine Zehnjährige in sein Auto zu locken. Auch ihre Mutter ging zur Polizei.

Am Dienstag ist Halloween – ein Tag der Verkleidung und des Süßigkeitensammelns. Vergangenes Jahr um diese Zeit zogen „Gruselclowns“ durch die Straßen und erschreckten die Bevölkerung. Bundesweit wurden fast 400 Fälle mit Horrorclowns gemeldet, in Nordrhein-Westfalen waren es allein mehr als 100. Kommen die bösartigen Clowns in diesem Jahr zurück?

Horrormasken bei Versandhäusern beliebt

Zumindest der Verkauf von grausigen Masken könnte darauf hindeuten. „Dieses Jahr sind die Maskierungen sehr beliebt“, berichtet Sascha Hoffmann, Kommunikationsmanager bei Jadeo, einem Zulieferer für diverse Faschingszubehör-Versandhäuser. Im vergangen Jahr hatte Jadeo seine Clownsverkleidungen wegen der zahlreichen Vorfälle aus dem Sortiment genommen. „Wir wollten das nicht noch forcieren“, begründet Hoffmann die Entscheidung.

Zusätzlich beflügeln könnte den Horrorclown-Trend dieses Jahr auch noch die Neuverfilmung des Buchs „Es“ von Stephen King. Im Film terrorisiert Gruselclown „Pennywise“ eine amerikanische Kleinstadt. Für die Pennsylvania State Police Grund genug zu einer ernsten Warnung an die Bevölkerung. Wer verdächtige Beobachtungen mache oder einen Horrorclown sehe, solle nicht zögern, die gebührenfreie Hotline für Terrorismusbekämpfung anzurufen oder eine entsprechende Mail zu schreiben.

Ist für „gute“ Clowns also endgültig Schluss mit lustig? Die Ereignisse spielten den beruflichen Spaßmachern übel mit. Der krankhaften Angst vor Clowns wurde inzwischen sogar ein eigener Begriff gewidmet, die Coulrophobie. Von einem Imageschaden kann Patrick Adolph vom Zirkus Charles Knie jedoch nicht berichten. „Die Menschen sind uns nicht anders begegnet“, sagt er. Diejenigen, die sich als Horrorclowns verkleiden findet er „unmöglich“. Das Geschäft mit dem Humor hätten die Gruselvorfälle aber nicht beeinflusst. Traurig stimmt ihn nur das Bild, das durch den Clown als Bösewicht den Kindern vermittelt wird. „Clowns sind doch empathische Menschen, die auf ihr Publikum eingehen und die Leute zum Lachen bringen wollen.“ Lachen ist nach Adolphs Meinung auch die beste Reaktion auf den Versuch eines Gruselclowns, Schrecken zu verbreiten. „Am besten zieht man die Situation auf die lustige Seite, wenn es denn geht.“

Horrorclown-Welle wohl schon wieder abgeebbt

Vermutlich wird es rund um Halloween 2017 aber gar nicht allzu viele Begegnungen dieser Art geben. Nach Einschätzung von Sascha Hoffmann von Jadeo ist die Horrorclown-Welle schon wieder abgeebbt. Er macht das an den ausbleibenden Posts in den sozialen Netzwerken fest. „Wir haben letztes Jahr beobachtet, dass viele Menschen zu solchen Taten aufriefen – das fehlt dieses Jahr“, erklärt er.

Das deckt sich mit den Erkenntnissen der Polizei: „Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass in diesem Jahr wieder solche Horrorclowns unterwegs sind“, sagt Rainer Wendt, Präsident der Polizeigewerkschaft. Daher werde auch keine Warnung herausgegeben. In Nordrhein-Westfalen, im vergangenen Jahr Hochburg der Clownsattacken, sieht man die Lage ebenfalls entspannt. „Es ist überhaupt kein Thema“, sagt etwa Kim Freigang, Sprecher der Dortmunder Polizei. 2015 habe es einen „gewissen Hype“ um den Schreckenstrend gegeben, erklärt Freigang, 2016 jedoch nur noch vereinzelte Vorfälle. Aus diesem Grund glaube er nicht, dass es dieses Jahr zu einem erneuten Aufflammen des zweifelhaften Trends komme. Aber ganz sicher ist er sich da nicht ...

Von Lisa Neumann/RND

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