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Panorama Daran scheitern die meisten Fahrschüler in der Prüfung
Nachrichten Panorama Daran scheitern die meisten Fahrschüler in der Prüfung
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19:41 13.02.2019
Die Zahl der nicht bestandenen Führerscheinprüfungen steigt von Jahr zu Jahr. Quelle: picture alliance / Gregor Fische
Hannover

Die Zahl der nicht bestandenen Führerscheinprüfungen steigt von Jahr zu Jahr. 2017 stieg die Quote der gescheiterten Theorie-Prüfungen auf 37 Prozent, in der Praxis fielen 28 Prozent der Bewerber durch. Für Experten kommt diese Entwicklung nicht ganz überraschend. Doch woran legt es, dass immer mehr Fahrschüler in den Prüfungen scheitern?

„Die Verkehrssituation ist in den vergangenen Jahre permanent komplexer und schwieriger geworden“, sagt Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. Entsprechend wurden auch die Prüfungen angepasst und im Laufe der Jahre nicht einfacher. Eine praktische Prüfung dauert heute im Schnitt 45 Minuten. „Da kann man durchaus den ein oder anderen Fehler machen. Früher reichte eine Fahrt um den Kirchturm und die Sache war durch“, so Quentin.

Die Grafik zeigt, wie viele theoretische und praktische Führerscheinprüfungen 2017 bestanden und nicht bestanden wurden

Schüler scheitern häufig an roten Ampeln

Grundsätzlich würden die Schüler häufig an denselben Sachen scheitern: Rotlicht-Verstoß, Fehler beim Abbiegen, nicht halten beim Stopp-Schild.

Bei der Misserfolgsquote der praktischen Prüfungen gibt es starke regionale Unterschiede, die sich ebenfalls auf die unterschiedlichen Herausforderungen vor Ort zurückführen lassen. „In Hamburg sind die Ansprüche an die Autofahrer deutlich höher als im flachen Land“, so der Quentin. Laut Kraftfahrtbundesamt führt Hamburg mit einer Durchfallquote von 41,6 Prozent die Rangliste der Bundesländer an, gefolgt von Bremen mit 38,8 Prozent. Nimmt man die praktischen und theoretischen Prüfungen zusammen, ist die Quote in Sachsen-Anhalt am höchsten.

Die Karte zeigt den Anteil nicht bestandener Führerscheinprüfungen (praktisch und theoretisch) im Jahr 2017 in den Bundesländern

Fahrschülern fehlt oft die richtige Einstellung

Ein anderer Aspekt, der die Zahl der Durchfallquote in die Höhe treibe, sei die Einstellung der Fahrschüler. „Sie haben das Eltern-Taxi oder in Städten ein guten Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Notwendigkeit, unbedingt selbst fahren zu müssen, ist nicht mehr da“, meint der Fahrlehrer. Gerade bei der theoretischen Prüfung würden viele mit der Einstellung teilnehmen, dass es nicht so schlimm ist, wenn sie durchfallen.

„Es gibt viele ungeduldige Drängler, die unbedingt in die Prüfung wollen. Oft weiß man schon, dass es nichts werden wird“, weiß Quentin. Wenn es nicht klappt, melden sie sich ein paar Wochen später ab. Die Prüfgebühr von rund 22 Euro schrecke sie davon nicht ab.

Junge Fahrschüler fallen seltener durch

Auffällig ist, dass jüngerere Schüler deutlich sicherer in der Prüfung sind, als ältere. „Die Bewerber für begleitetes Fahren mit 17 schneiden besser ab als die Masse“, so Wolfhardt Werner vom TÜV Nord. Das liege vor allem daran, dass es nur eine sehr kleine Gruppe sei, die auch unbedingt Fahren wolle. „Sie gehen fokussiert an die Aufgabe, mit einer ganz anderen Einstellung“, sagt Werner.

Beängstigen tue ihn die derzeitige Entwicklung nicht, meint Quentin vom Fahrlehrerverband. „Eine Prüfung hat einen Selektionscharakter. Wenn nahezu jeder besteht, halte ich die Prüfung für sinnlos. Am Straßenverkehr sollte nur derjenige teilnehmen, der topfit ist.“ So werde die Allgemeinheit geschützt.

Würden Sie die theoretische Prüfung heute noch bestehen? Testen Sie Ihr Führerscheinwissen in unserem Quiz.


Von RND/mat