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Bleigieß-Sets verschwinden aus dem Handel

EU-Grenzwerte Bleigieß-Sets verschwinden aus dem Handel

Ein Partyspaß wird zum Giftmüll: Bleigießen ist ein beliebter Brauch in Deutschland – und hoch giftig. Wissenschaftler warnen schon länger vor der Krebsgefahr des Metalls. Die EU will ab 2018 den Verkauf der Sets stark einschränken.

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Der Silvesterbrauch Bleigießen.

Quelle: dpa

Hannover. Wenn die Deutschen auf eines zu Silvester besonders Wert legen, ist es neben dem Feuerwerk das Bleigießen. Schließlich regen die bizarren Formen des Metalls an, über die eigene Zukunft zu orakeln. Doch damit könnte es im nächsten Jahr vorbei sein.

„Silvester 2018 wird es nicht mehr so einfach sein, Sets zum Bleigießen zu kaufen“, sagt Toxikologe Thomas Schupp von der FH Münster. Schweden habe bei den zuständigen EU-Institutionen beantragt, auch massives Blei als entwicklungsschädigend zu kennzeichnen. „Das wird in 2018 umzusetzen sein“, so Schupp.

Bereits im Januar 2017 hatte die EU neue Blei-Grenzwerte für Schmuck, Spielzeug oder Wasserfarben festgelegt. Die neue Richtlinie gilt ab Mitte Mai 2018. Ausgerechnet die Bleigieß-Sets waren davon aber bisher ausgenommen. „Laut Chemikalienverbotsverordnung dürften ab nächstes Jahr nur noch sachkundige Verkäufer Blei anbieten, wenn es denn durch Ausnahmeregelung erlaubt wäre“, erklärt der Toxikologe.

Das Umwelt Bundesamt und die Deutsche Forschungsgemeinschafts warnen schon länger vor den Gefahren des Bleis. Gelangen Partikel des Metalls ins Blut können sie das Nervensystem schädigen oder Krebs erzeugen. Beim Erhitzen von Blei entstehen giftige Oxide, die in die Raumluft verdampfen, warnt das Bundesamt. Die umstehenden Personen könnten diese Dämpfe einatmen. Auch beim Anfassen der Figuren gelange das Blei an die Hände. Das Amt empfiehlt, auf Bleigeißen völlig zu verzichten.

Die deutschen Händler haben nach den Recherchen des Magazins „Bento“ bereits auf die verschärften EU-Verordnungen reagiert. Viele Verkäufer böten nur noch die Reste der klassischen Bleigieß-Sets an. Die Sortimente dünnen immer weiter aus.

Doch so ganz müssen die Deutschen im nächsten Jahr nicht auf ihr Brauchtum verzichten. Eine gute Alternative zu Blei sei Wachs, so das Umwelt Bundesamt. Toxikologe Schupp hält Zinn für einen passenden Ersatz: „Zinn ist dem Blei in seinen Eigenschaften was den Schmelzpunkt angeht recht ähnlich.“ Das Metall sei für die Gesundheit deutlich unschädlicher.

Von sos/RND

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