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Panorama Bestatter soll Leichen zum Üben verliehen haben
Nachrichten Panorama Bestatter soll Leichen zum Üben verliehen haben
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18:14 19.07.2018
Ein Raum im Bundesausbildungszentrum für Bestatter im bayerischen Münnerstadt Quelle: dpa
Schweinfurt

Ein Bestatter aus Schweinfurt soll Tote zu Übungszwecken ins Bundesausbildungszentrum für Bestatter Münnerstadt gebracht haben - und zwar ohne das Wissen der Angehörigen. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermittelt deshalb wegen Störung der Totenruhe gegen den Mann, wie die Leitende Oberstaatsanwaltin Ursula Haderlein am Donnerstag sagte. Zuerst hatte die „Süddeutschen Zeitung“ darüber berichtet. Eine entsprechende Anzeige sei zu Jahresbeginn erstattet worden, so Haderlein.

Verstorbene dürften nicht „gegen den oder ohne den Willen der Totensorgeberechtigten“ weggebracht werden, sagte Haderlein weiter. Das gelte als Störung der Totenruhe. Als Totensorgeberechtigte gelten üblicherweise die Angehörigen. Nun müsse geklärt werden, was im Einzelnen passiert ist, was die Angehörigen wussten und welche Behandlung an den Leichen vorgenommen wurde. Die Ermittlungen werden sich Haderlein zufolge noch mindestens einen Monat hinziehen.

Bestatterverband weist Vorwürfe zurück

Das beschuldigte Bestattungsunternehmen hat die Vorwürfe im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk zurückgewiesen. Die Toten seien nach Münnerstadt gebracht worden, um dort speziell behandelt zu werden. So sollte den Angehörigen ermöglicht werden, sich am offenen Sarg zu verabschieden. Dass dabei professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden, dem hätten die Hinterbliebenen zugestimmt, so der Bestatter.

Der Eingang zum Lehrfriedhof im Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt Quelle: dpa

Anhand der Leichen soll im Ausbildungszentrum die hygienische Versorgung an Verstorbenen geübt worden sein. Dazu gehören dem Bundesverband Deutscher Bestatter zufolge unter anderem das Waschen der Leiche, das Richten der Haare, leichte Kosmetik, Ankleiden und das Betten im Sarg. Dem Generalsekretär des Verbandes, Stephan Neuser, zufolge nähmen Bestatter die Versorgung des Verstorbenen auch durch Dritte üblicherweise in den Vertrag mit den Angehörigen mit auf.

Leichen, die in Münnerstadt auf die Beerdigung vorbereiten werden, würden dort unter Idealbedingungen versorgt. Im Regelfall werde die hygienische Versorgung eines Verstorbenen dabei einmal von Dozenten praktisch vorgeführt und nicht mehrfach, so Neuser weiter. Zu den konkreten Vorwürfen konnte sich der Verband nicht äußern.

Bundesweit gibt es den Angaben zufolge derzeit etwa 500 junge Menschen, die sich zur Bestattungsfachkraft ausbilden lassen. Sie alle machen dabei auch Station in Münnerstadt.

Von RND/dpa

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