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Panorama Mann schneidet Frau im Wutanfall die Nase ab
Nachrichten Panorama Mann schneidet Frau im Wutanfall die Nase ab
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22:30 19.01.2016
Weltpressefoto 2010: Gewalt gegen Frauen ist in Afghanistan an der Tagesordnung. Das Bild von Fotografin Jodi Bieber zeigt die ebenfalls verstümmelte Bibi Aisha, damals 18 Jahre alt. Quelle: EPA/HORACIO VILLALOBOS
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Farjab

Das Schicksal einer Afghanin, deren Ehemann ihr in einem Wutanfall die Nase abgeschnitten hat, sorgt landesweit für Entsetzen. Menschenrechtsaktivisten forderten am Dienstag eine harte Bestrafung für die "barbarische Tat". Solche "brutalen und barbarischen Taten" müssten streng geahndet werden, so die Menschenrechtsaktivistin Alema in Kabul.

Die 20-jährige Resa Gul war am Sonntag ins Krankenhaus gebracht worden, ihr Mann floh. Das Foto von der entstellten jungen Frau löste einen Aufschrei der Empörung in sozialen Netzwerken aus. Ihr Mann habe ihr die Hände gefesselt und ihr die Nase abgeschnitten, berichtete Gul einem AFP-Reporter im Krankenhaus. "Er hat mich oft gequält", fügte die junge Frau mit schwacher Stimme hinzu, neben sich ihr einjähriges weinendes Baby. Bereits im Jahr 2010 hatte ein Bild der damals 18-jährigen Bibi Aisha für Entsetzen gesorgt. Ihr Mann hatte ihr ebenfalls die Nase abgeschnitten. Das Bild der südafrikanischen Fotografin Jodi Bieber wurde damals zum Weltpressefoto gewählt.

Hoher Grad an "Straflosigkeit"

Gul wurde als Jugendliche mit ihrem Mann zwangsverheiratet. Nach eigenen Angaben wurde sie regelmäßig von ihm misshandelt. Daraufhin sei sie zu ihren Eltern geflohen, die in einer von den radikalislamischen Taliban kontrollierten Gegend leben. Dort hätten die Aufständischen in einem Mediationsversuch ihren arbeitslosen Ehemann auf den Koran schwören lassen, dass er sie nicht mehr verletzen werde, berichtete Gul weiter. Doch kurz nachdem sie zu ihm zurückgekehrt sei, habe er ihr die Nase abgeschnitten. Der Mann soll in eine von den Taliban kontrollierte Gegend geflohen sein.

Der Fall aus der nordwestlichen Provinz Farjab lenkt einmal mehr die Aufmerksamkeit auf die nach wie vor weit verbreitete Gewalt gegen Frauen in Afghanistan. Es gäbe solche Vorfälle nicht, wenn die Regierung in Kabul Angriffe auf Frauen hart bestrafen würde, kritisierte die Aktivistin Alema. "Entsetzliche Fälle wie dieser gibt es allzu oft in Afghanistan", so Heather Barr von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Der "Grad der Straflosigkeit" für Gewalt gegen Frauen ermutige manche Männer, "weiter so zu tun, als seien Frauen ihr Eigentum und Gewalt ihr Recht".

Wiederholt brutale Gewalt gegen Frauen

Im November war eine etwa 20 Jahre alte Frau in der zentralen Provinz Ghor wegen Ehebruchs gesteinigt worden. Auf einem Video der Hinrichtung war zu sehen, wie Männer Steine auf das in einem Erdloch sitzende Opfer werfen. Im März 2015 wurde eine Frau mitten in Kabul verprügelt und dann angezündet, weil ihr fälschlicherweise vorgeworfen worden war, sie habe einen Koran verbrannt.

afp

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