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Medien Auf dem Highway ist die Hölle los
Nachrichten Medien Auf dem Highway ist die Hölle los
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06:25 29.01.2016
Von Christiane Eickmann
Was für ein Schauspiel: Drei Männer müssen einen kleinen Geländewagen innerhalb von zehn Minuten durch einen Parcours lenken. Quelle: RTL
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Nach dem großartigsten aller Dialoge zwischen Thorsten Legat und der Fürstin bemühen sich Sophia und Helena um Nachbereitung. Und nun ja, Helena fühlt sich weiterhin im Recht, Sophia orakelt: "Bin gespannt, wie das bei den Zuschauern ankommt."

Und dann das: Frau Fürst berichtet von gestohlenem Schmuck im Wert von 1500 Euro, den sie zu faul war, zu versichern. Sophia fragt sich daraufhin ehrlich entrüstet, wie Helena in "ihrer Branche" überhaupt bestehen konnte. Und das Fernsehpublikum fragt sich verdaddert "welche Branche?" und lernt: Menschen aus dem Bordellmilieu haben definitiv mehr Bodenhaftung und Verstand als RTL-Pseudoanwältinnen.

Die Ruhe nach dem Sturm

Später am Lagerfeuer versuchen sich dann auch Jürgen und Thorsten Legat im Nachbereitungsgespräch. Letzterer fühlt sich immer noch missverstanden als frauenfeindlicher Macho und reiht sich damit freudig ein in die große Gruppe Neufeministen, die Deutschland in den vergangenen Wochen begrüßen durfte. Es fallen Sätze wie: „Ich habe gestern innerlich so geweint“  Und: „ Auch in Bundesligazeiten, da kannst du jeden fragen, ich bin immer der Erste gewesen, der eingeschritten ist. Ich habe sogar auch zur Zeit als Bundesligaspieler was auf’s Maul bekommen, weil ich mich eingeschaltet habe und gesagt habe: ,Warum schlägst du deine Freundin?‘.“ Na also: Thorsten Legat, der Frauenbeschützer. Und er findet immer noch Zuhörer, die sich geduldig seine Sicht auf die Dinge anhören.

Um Helena Fürst jedoch wird es einsam. Und fast ist es jetzt doch schade, dass "Big Mama" Brigitte herausgewählt wurde, denn die arme Sophia hat es schwer, sich Frau Fürst vom Leib zu halten. Beispieldialog gefällig? Sophia: "Man kann auch was zerreden." Frau Fürst: "Aber ich diskutiere, weil ich diskutiere." Sophia: "Können wir jetzt gehen?" Helena: "Jetzt wird sie aggressiv." Mittlerweile ist nicht mehr auszuschließen, dass ein Mord passiert im Camp. Und Hercule Poirot hätte Mühe, den Mörder zu finden.

The Good, the Bad and the Ugly

Wer bei all der Zerlaberei schon Angst hatte, in einem französischen Problemfilm gelandet zu sein, wird dann doch noch mit einer herrlichen Dschungelprüfung entschädigt. Endlich mal kein Kängurupenis-Wettessen, im Sarg liegen oder über Schluchten balancieren: Nein, drei Männer müssen einen kleinen Geländewagen innerhalb von zehn Minuten durch einen Parcours lenken – leicht behindert durch Kakerlaken- und Ameisenabwurf und dadurch dass der Fahrer (Jürgen) nichts sehen, der Beifahrer (Thorsten Legat) mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzend nichts hören kann und der Mann auf der Rückbank (Menderes) nichts sagen darf.

Fragende Gesichter gibt es schon bei der Erklärung der Prüfung. Und dann verbocken Jürgen und Thorsten die Rallye in einem wunderbaren Remake von Dumm und Dümmer. Thorsten gibt Jürgen Anweisungen: „Fahren, fahren… links, links.“ Menderes zeigt nach rechts und ein Thorsten Legat ruft weiter: „Dann nach links.“ Es kommt, wie es kommen muss. Jürgen setzt den Wagen mit dem rechten Kotflügel gegen die Reifen der Fahrbahnmarkierung. Menderes, der am wenigsten dafür kann sagt: „Oh, sorry.“ Und  Thorsten mault: „Was soll denn das?“ Menderes: „Aus Versehen.“ Doch weiter geht das lustig-sinnlose Rangieren mit grundsätzlich falschen Anweisungen des Beifahrers: „Zurück, stopp, rechts, rechts, rechts, rechts…“ Doch Jürgen kommt nicht in die Spur.

Irgendwann schwant ihm, was da gerade schief läuft, und er muss dem großen Thorsten Legat erklären: „Du weißt, dass mein rechts dein links ist...“ Doch Legat lässt sich nicht beirren: „Zurück. Zurück. Stopp. Warte, warte, jetzt links.“ Es verrinnen wertvolle Minuten. Der Wagen steht schräg auf der Bahn und kommt nicht in die Spur. Zwar schaffen es die Helden irgendwann doch zurück auf die Strecke, ergattern sogar zwei Sterne, doch den Zeitverlust vom Anfang können sie nicht wieder aufholen. Und das bedeutet am Ende: Null Sterne, nur Reis zum Essen. Menderes ärgert sich und Jürgen lacht. Und Thorsten Legat? Hat natürlich gleich eine Erklärung parat: "Es war das Emotionale, was mich durcheinander gebracht hat." Na klar. Jetzt ist Helena wieder schuld. Und natürlich der arme Menderes, denn: "Der ist immer so zappelig".

Herrlich. Es ist nicht nachvollziehbar, warum RTL nicht mehr neue Regieeinfälle zu Stande bringt.

Camp-Zuschauer sind Masochisten

Gehen musste am Ende dieser überraschend kurzweiligen Episode dann Jürgen. Ein Teil der Dschungelcamp-Zuschauer wird vor Wut ins Sofakissen beißen – weil so Helena Fürst zunächst weiter Gift spritzen wird. Doch ruhig Blut: Am Ende wird der nette Menderes Dschungelkönig werden. Und brav „danke“ sagen – oder auch „sorry“.

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