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Medien So reagiert das Netz auf das Merkelinterview
Nachrichten Medien So reagiert das Netz auf das Merkelinterview
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16:55 16.08.2017
Vier gegen eine: Die Youtuber Ischtar Isik (v.l.), AlexiBexi, ItsColeslaw und MrWissen2Go sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Zwei Jahre hat es gedauert bis sich Angela Merkel wieder der Youtube-Gemeinde im Livestream stellt. Die Youtuberin ItsColeslaw steigt auch gleich mit den harten Themen ein. Wie steht es um die Chancengleichheit in der Bildung? Warum sind die Löhne derart unterschiedlich hoch in Deutschland? Die Kanzlerin spult das Wahlprogramm der CDU ab. Bei der Twitter-Gemeinde sorgt das für Unmut.

Andere stören sich daran, dass die Bundeskanzlerin nur über vergangene Erfolge redet. Klare Vorschlähe für die Zukunft fehlten aber.

AlexiBexi liegen ganz anderen Themen auf dem Herzen. Seine erste Frage zielt gleich darauf ab, wie weit der Industriestandort Deutschland unter der Dieselkrise leidet. Merkel weicht aus: Sie will einerseits die Hersteller nicht zu hart abstrafen, andererseits die Arbeitnehmer nicht mit Jobverlust bestrafen. Ins Stocken gerät Merkel allerdings, als AlexiBexi nach einem flächendeckenden Stromnetz für E-Autos fragt. Auch beim Breitband-Ausbau kann der Youtuber die Kanzlerin fast in die Enge treiben. AlexiBexi lässt Merkel deutlich weniger Raum, um die Fragen und Antworten herum zu lavieren.

Die Nutzer auf Twitter sind erfreut über den neuen Tonfall.

Merkels Eigenlob für den Dieselgipfel stößt dagen sauer auf.

Auch die Modevloggerin Ischtar Isik steigt gleich mit kritischen Fragen ein. Wie denn Merkel neue Wähler unter Jugendlichen und Twens gewinnen will? Auch darüber, wie hoch der Anteil von Frauen in den Führungsebenen der Unternehmen sei und wie stark Frauen im Bundestag vertreten sind, debattieren die zwei. Zwar sagt gesteht Merkel ein, dass sie für eine Frauenquote sei, aber die nur im Konsens mit anderen Parteien beschlossen werden könne. Die Kanzlerin beginnt wieder sich aus den Fragen herauszuwinden. Im Twitter-Chat stoßen die Themen allerdings nicht auf Gegenliebe. Viele vermissen das Thema Flüchtlingspolitik.

Andere sehen es kritisch, dass Merkel die wenigen Erfolge um die Geschlechtergleichheit als die ihrigen verkaufen will.

Hochpolitisch bleibt es bei dem letzten der vier Youtuber. MrWissen2Go will vor allem wissen, wie es die Kanzlerin mit der Türkei hält. Auch der US-Präsident und seinen verbale Ausfälle in der Korea-Krise sind ein Thema. Merkel pocht auf eine Deeskalierung. Gefragt, was sie von den Tweets des US-Präsidenten hält, will sie nicht wirklich antworten. Zwar räumt sie Meinungsverschiedenheiten in Sachen Umweltschutz und Terrorbekämpfung ein, betont aber auch die Gemeinsamkeiten im Ukrainekonflikt und in der Russland-Politik. Eine persönliche Einschätzung zu Trump kann ihr MrWissen2Go nicht entlocken.

Das Thema Türkei beschäftigt auch die Twitter-Gemeinde.

Lobt holt sich MrWissen2Go bei den Zuschauern ab. Er fällt insbsondere durch seine Fragetechnik auf.


RND/sos