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Medien Rückkehr nach „Twin Peaks“
Nachrichten Medien Rückkehr nach „Twin Peaks“
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08:48 22.05.2017
In der ersten Staffel wird Laura Palmer umgebracht. Der FBI-Agent Dale Cooper (Kyle MacLaughlin) ermittelt. Quelle: American Broadcasting Companies,
Hannover

Die Titelmelodie ist vertraut, der neongrüne Schriftzug „Twin Peaks“ auch. „Twin Peaks“, die Kultserie, mit der David Lynch 1991 die Fernsehunterhaltung modernisierte, ist wieder da. Am Sonntag strahlte der US-Sender „Showtime“ die ersten Folgen aus – nicht das kleinste Detail war zuvor über die Handlung der neuen Staffel bekannt geworden.

Vor mehr als 25 Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Kultserie „Twin Peaks“ – doch nach zwei Staffeln war Schluss. Ab Montagmorgen geht es weiter: Die ersten Folgen der dritten Staffel sind beim Fernsehsender Sky verfügbar.

Die Eingangsszene knüpft zunächst scheinbar nahtlos an die beiden Staffeln der frühen Neunziger an: Ein sichtbar gealterter Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) sitzt in einer Traumsequenz einem Riesen gegenüber, der ihm rätselhafte Hinweise gibt. Wer weder die Original-Serie oder irgendeinen Kinofilm des Regisseurs gesehen hat, wird an dieser Stelle vielleicht schon entnervt ausschalten. „Twin Peaks“-Fans jedoch wissen, dass surreale, verrätselte Bilder die Handlung immer wieder unterbrechen werden. Sie wähnen sich zurück in den rauschenden Wäldern des Holzfällerstädtchens Twin Peaks mit der gutbürgerlichen Fassade und den dunklen Abgründen. Sie erinnern sich an den überkorrekten Cooper, der einst mit Hilfe von Träumen und „einer guten Tasse Kaffee“ versuchte, den Mord an der Schülerin Laura Palmer (Sheryl Lee) aufzuklären. Doch die dritte Staffel, die Lynch erneut mit dem Produzenten Mark Frost verwirklicht hat, geht weit darüber hinaus, die Geschichte von damals weiterzuerzählen.

Lynch liebt das Motiv des Doppelgängers

Zunächst einmal gibt es weitere Schauplätze. Einige Szenen spielen in New York, eine ganz eigene neue Krimihandlung ereignet sich in Buckhorn (South Dakota), ein weiterer Handlungsstrang ist in Las Vegas angesiedelt. Wie sich die unterschiedlichen Puzzleteile im Lauf der 18-teiligen Serie zusammenfügen lassen, ist nach den ersten beiden Folgen noch nicht abzusehen. Die größte Überraschung ist jedoch die Figur des Agent Cooper selbst. Wie ein negatives Spiegelbild seines früheren Ichs tritt er außerhalb der Traumszenen in Lederjacke, mit schulterlangem Haar und mit protzigen Wagen auf. Er umgibt sich mit Kleinkriminellen und jungen Frauen. Seine moralische Integrität scheint ihm in den vergangenen 25 Jahren abhanden gekommen zu sein. Der sonnengebräunte Mann ist ein böser Doppelgänger des Coopers, der stets im schwarzen Anzug und mit sauber gegeltem Haar daherkam. Lynch liebt das Motiv des Doppelgängers. Schon in der ersten „Twin Peaks“-Staffel hatte beispielsweise Mordopfer Laura eine Doppelgängerin in ihrer biederen Cousine Maddy.

Der Cooper-Doppelgänger aber ist für „Twin Peaks“-Kenner eine kleine Zumutung. Und das ist gut so. Als es im vergangen Jahr „Akte X“ neu aufgelegt wurde, freute das zwar die Fans, der neue Aufguss begnügte sich aber schlicht mit der nostalgischen Wiederbegegnung mit den Agenten Mulder und Scully. Lynch durchbricht solche Erwartung an „Twin Peaks“ ganz bewusst – auch, indem er zahlreiche neue Figuren auftreten lässt. Immerhin ein paar positive Reminiszenzen an das alte „Twin Peaks“ gibt es: Deputy Chief Hawk (Michael Horse) leitet offenbar mittlerweile die Sheriff-Station des Ortes. Unterstützt wird er von der Sekretärin Lucy (Kimmy Roberston) – die immer noch zauberhafte Wollpullis trägt – und Deputy Andy Brennan (Harry Goaz). Hawk erhält einen Auftrag von der „Log Lady“: Es fehle etwas Wichtiges, was mit Agent Cooper zu tun habe. Ihr Holzscheit habe ihr gesagt, Hawk müsse es finden. „Etwas ist verschwunden? Agent Cooper ist verschwunden, so sieht es doch aus!“ ruft Lucy aus. Und Hawk macht sich auf die Suche in den Wäldern. Auch wird wieder sehr viel Kaffee getrunken in „Twin Peaks“ – was zeigt, dass sich Lynch glücklicherweise selbst nicht zu ernst nimmt.

Man möchte wieder einschalten

Er freue sich über die Möglichkeiten, die das Bezahlfernsehen heutzutage bietet, hatte der Filmemacher im Vorfeld gesagt und meinte damit sowohl die finanziellen Bedingungen als auch die Möglichkeit für Bilder, die nicht von einer Zensur verhindert werden. Doch bis auf ein wenig Splatter und ein bisschen Sex, sind die ersten neuen „Twin Peaks“-Folgen im Vergleich zu gewalttätigen Serien wie „Game of Thrones“ harmlos. Lynch wird mit der dritten Staffel von „Twin Peaks“ nicht erneut das Genre der Fernsehserie revolutionieren. Vielleicht wird er auch einige Zuschauer mit allzu viel surrealen Nebeneffekten und überintellektueller Meta-Ebene abschrecken, vielleicht zitiert der 71-Jährige sich mittlerweile auch ein wenig zu viel selbst. Und dennoch: Man möchte wieder einschalten. Um zu erfahren, wie es mit Agent Cooper weitergeht, wer die Morde in Buckhorn begangen hat und welchem Rätsel Hawk in „Twin Peaks“ auf der Spur ist. Ob es allerdings Antworten auf diese Fragen geben wird, ist nicht garantiert.

Von RND/Christiane Eickmann

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