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Netzwelt Streaming in Deutschland erstmals stärker als CD
Nachrichten Medien Netzwelt Streaming in Deutschland erstmals stärker als CD
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16:52 18.07.2018
Erstmals wurde in Deutschland mit Streaming mehr Geld eingenommen als durch den Verkauf von CDs. Quelle: dpa
Berlin

Die CD bescherte dem deutschen Musikmarkt einst ein Milliardengeschäft, jetzt wird sie endgültig von Spotify und Co. verdrängt. Denn erstmals wurde in Deutschland mit Streaming mehr Geld eingenommen als durch den Verkauf von CDs, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Mittwoch mitteilte. Überraschend kommt diese Wende nicht. Vielmehr verwundert es, wie sich die CD im Internet-Zeitalter überhaupt so lange halten konnte.

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, verbuchten Dienste wie Spotify, Apple Music oder Tidal im ersten Halbjahr 2018 einen Zuwachs von 35,2 Prozent auf 348 Millionen Euro Umsatz. Das Streaming kam damit auf einen Marktanteil von 47,8 Prozent. Gleichzeitig brach das Geschäft mit CDs um 24,5 Prozent auf 250 Millionen Euro ein. Ihr Anteil am Gesamtmarkt macht nur noch 34,4 Prozent aus. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 44,6 Prozent.

In Schweden ist das Streaming schon seit Jahren umsatzstärker

In Schweden, der Heimat des Marktführers Spotify, ist das Streaming bereits seit 2012 umsatzstärkster Bereich, in Nordamerika seit 2015. „Die Deutschen sind traditionell etwas zögerlicher, was digitale Trends betrifft. Somit ist es spannend, dass wir jetzt das erleben, was in andern Ländern schon seit einigen Jahren stattfindet“, sagte der BVMI-Vorstandsvorsitzende Florian Drücke.

Insgesamt setzte der deutsche Musikmarkt in den ersten sechs Monaten des Jahres 727 Millionen Euro um, das ist – im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 – ein Rückgang von zwei Prozent.

Wie will sich die Branche also weiter behaupten? Dazu sollen Plattformen wie YouTube stärker in die Pflicht genommen werden, die sich – so der Vorwurf des BVMI – Lizenzzahlungen entziehen. Obwohl der „de facto größte Musikstreaming-Dienst der Welt“ mit Werbung jede Menge Geld verdiene, zahle er nur einen Bruchteil dessen, was durch Spotify und andere Dienste eingenommen werde, so Drücke. Im Juni hatte YouTube seinen neuen Streamingdienst YouTube Music auch in Deutschland gestartet.

Von dpa/RND

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