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Netzwelt Red Dead Redemption 2 setzt neue Maßstäbe
Nachrichten Medien Netzwelt Red Dead Redemption 2 setzt neue Maßstäbe
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14:47 30.10.2018
Antiheld: Arthur Morgan ist die Hauptfigur in RDR 2. Quelle: BN Rochstar Games
Leipzig

Wie vom Schlag getroffen bleibt die ältere Dame stehen. Dann dreht sie sich abrupt um, stolpert davon, riskiert noch einen letzten Schulterblick, ehe sie endgültig das Weite sucht. Es ist eine besondere technische Innovation, die ihr diesen heftigen Schreck eingejagt hat: Sie ekelt sich vor dem dreckigen, stinkenden Helden. In diesen Tagen liefert Rockstar Games mit „Red Dead Redemption 2“ das mutmaßlich wichtigste Spiel des Jahres. Vieles zumindest spricht dafür, unter anderem, dass die Konkurrenz ihre Veröffentlichungstermine verschiebt, niemand will im Schatten dieses Titels untergehen.

Aus sämtlichen Ecken erntet das Wildwest-Abenteuer Vorschusslorbeeren, allen voran natürlich aus der firmeneigenen PR-Abteilung: „Rockstar Games wollen nicht einfach eine offene Welt erschaffen, sondern eine tiefere“, heißt es kurz und knapp in einem Infomercial. Mit der „Tiefe“ ist die Simulation gemeint; Spielwelten sind in den letzten Jahren immer größer und bunter geworden, aber nicht unbedingt lebendiger. Auch in aktuellen Hits von „Assassin’s Creed“ bis „Spider-Man“ haben die meisten Gebäude vernagelte Türen, viele Charaktere laufen einfach nur ziellos herum. Spiele können zwar weiter ausufern oder die Wirklichkeit detaillierter abbilden – beides auf einmal geht jedoch kaum. Jetzt schon werden Großproduktionen über mehrere Jahre hinweg von Hunderten Menschen gestemmt.

100-Stunden-Woche für den Erfolg

Rockstar Games sind aber kein herkömmlicher Spieleentwickler. Sie haben mit der „Grand Theft Auto“-Serie technische Meilensteine und kommerzielle Hits geschaffen. Das immer noch beliebte „Grand Theft Auto Online“ spült laufend neues Geld in die Firmenkasse. Viele Toptalente der Branche arbeiten bei Rockstar. Und so kann der Entwickler über fünf Jahre und mehrere Studios hinweg ein beispiellos aufwendiges Projekt stemmen. Bezeichnenderweise sind alte Diskussionen um die Arbeitsbedingungen bei Rockstar neu entflammt. Ausgerechnet Firmengründer Dan Houser hat in einer Reportage von „100-Stunden-Wochen“ erzählt, die er und andere Führungsmitglieder im Team geschoben hätten.

Auf dem Papier ist „Red Dead Redemption 2“ ein Spiel wie viele andere auch, ein Action-Abenteuer in einer offenen Spielwelt. Gamer schlüpfen in die Haut eines Außenseiters und Antihelden. Arthur Morgan ist mit einer Bande von Banditen aufgewachsen, sie ist seine Familie geworden. Die Geschichte spielt 1899 und ist damit ein Prequel zu „Red Dead Redemption 1“. In Teil eins jagte ein anderer Antiheld namens John Marston die Mitglieder ebendieser Bande. Das tragische Ende ist diesmal also schon vorgezeichnet. Aber schwermütig wirkt nicht nur die Geschichte; die Revolverhelden von „Red Dead Redemption“ sind Relikte, sie leben einen Traum von Freiheit, bedrängt von der anrückenden modernen Welt.

„Red Dead Redemption 2“ gibt es ab dem 26. Oktober 2018 für PS4 und Xbox One. Quelle: BN Rockstar Games

Ein bisschen Größenwahn

Das Abenteuer ist nicht nur ambitioniert. Es wirkt, wie oft bei Rockstar, ein bisschen größenwahnsinnig – statt eines schlichten Spiels, muss es ein funktionierender Westworld-Vergnügungspark sein. „Red Dead Redemption 2“ wird als der Wilde Westen an sich inszeniert. In der Rolle des pistolenschwingenden Banditen können die Cowboys so ziemlich alles tun: Sie können Züge und Banken ausrauben, sie können auf die Jagd gehen, in den Saloon, sie können ihr Pferd striegeln, sie können baden oder sich den Bart wachsen lassen, um ihn dann anschließend wieder abzurasieren – mit entsprechenden Auswirkungen, versteht sich. Wer das Gesetz offen bricht, der wird von Kopfgeldjägern verfolgt. Wer sich zu glatt rasiert, bekommt den Hohn und Spott der harten Jungs im Saloon zu spüren. Und wer sich nicht wäscht, der stinkt irgendwann – auch da lässt eine entsprechende Rückmeldung nicht lange auf sich warten.

Die Grafik des Spiels reicht mitunter an Fotoqualität heran. Quelle: BN Rockstar Games

Was bisher von dem Spiel zu sehen ist, das wirkt durchaus beeindruckend. Landschaftsaufnahmen des Spiels lassen sich kaum von Fotos unterscheiden. Staub wirbelt umher, Sterne funkeln, Nebel liegt wie in der echten Wildnis über der Szenerie. Menschen sehen zwar nach wie vor nicht ganz echt aus – aber echter, als in vielen anderen Spielen. Vor allem aber sollen sie klüger sein. Die Messlatte liegt an dieser Stelle tief, die „Intelligenz“ von Computermenschen ist normalerweise lachhaft. Sie reagieren auf deutliche Anreize mit simplen Routinen. Werden sie gegrüßt, grüßen sie zurück, werden sie angerempelt, meckern sie. Dann aber vergessen sie sofort, was passiert ist und gehen weiter. Rockstar will es besser machen und räumt mehrere Knöpfe auf dem Controller für Nuancen der Kommunikation frei. So tippt sich Hauptfigur Arthur etwa zur Begrüßung an den Hut, aber auch Beleidigungen gehören zu seinem Repertoire. Er kann seine Waffe ziehen, ohne gleich zu schießen, oder aber einen Warnschuss abgeben, und entschuldigen kann er sich auch. In Demovideos reagieren die simulierten Menschen darauf sehr realistisch.

Finsterer Blick: RDR 2 ist mehr Western-Epos denn sinnfreie Ballerjagd. Quelle: BN Rockstar Games

Neben der Hygiene des Antihelden spielt auch die Jagd eine große Rolle. Die Tiere müssen nicht nur erlegt, sondern auch aufs Pferd gepackt und zum Metzger geschafft werden. Und wenn das Reittier gut gepflegt wird, dann gehorcht es umso besser.

Viele neue Akzente in Red Dead Redemption 2

Das sind viele Aufgaben und Herausforderungen in einem Genre, das sich sonst ganz wesentlich um eines dreht – ums Rumballern. Meist ist das nicht als Gewaltexzess gemeint, sondern ein Ausdruck milder Langeweile; ein Experiment, an welchem Punkt die Simulation der Welt auseinanderfällt. Offene Welten geben den Spielern einfach nicht genug zu tun. „Red Dead Redemption 2“ könnte da schon andere Akzente setzen. Es könnte Spieler dazu verführen, sich ordentlich zu betrinken oder sich in der Stadt zum Affen zu machen. Und es könnte ihnen obendrein die Möglichkeit geben, sich vor dem Ausbruch einer Schlägerei zu entschuldigen. Auch folgendes soziale Experiment wäre denkbar: einfach mal einen Monat lang die Finger von Wasser und Seife lassen – mal schauen, wie das Umfeld darauf reagiert? Wenn das Spiel all das wirklich bietet und am Ende auch noch richtig Spaß macht, dann hat es mehr als nur eine Duftmarke gesetzt. Dann wäre es ein Meilenstein. Den Beweis muss es jetzt antreten.

Red Dead Redemption 1

Auch der Vorgänger wucherte bereits mit Neuheiten: RDR 1 erschien 2010 nach fünf Jahren Entwicklungszeit und wurde eines der bestbewerteten Spiele aller Zeiten. Es handelt von John Marston, Regierungsagent wider Willen, der die Mitglieder seiner Ex-Bande erlegen muss. Auch Marston brachte dem Genre viele technische Innovationen, die seitdem von anderen Spielen kopiert wurden.

Von Jan Bojaryn

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