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Netzwelt Mit diesen Tricks kommen Facebook und Google an Nutzerdaten
Nachrichten Medien Netzwelt Mit diesen Tricks kommen Facebook und Google an Nutzerdaten
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14:18 28.06.2018
Facebook CEO Mark Zuckerberg. Quelle: AP
Oslo

Auf den ersten Blick sind es nur Kleinigkeiten. Das Feld zum Zustimmen ist blau hinterlegt, will man die Einstellungen anpassen, muss man auf das farblose Feld tippen. Klar, welche Option mehr ins Auge fällt – und so wahrscheinlich häufiger gewählt wird.

Doch mit genau solchen – vermeintlich kleinen – Design-Entscheidungen wollen Firmen wie Facebook und Google dafür sorgen, dass Nutzer möglichst viele Daten preisgeben – und dabei sogar noch das Gefühl haben, selbst zu entschieden.

Mit Design-Veränderungen sorgt Google dafür, dass Nutzer möglichst viele Daten freigeben Quelle: Screenshot Google

Im Zuge der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wurden Nutzer von Facebook, Google und Microsoft 10 im Mai aufgefordert, ihre Datenschutzeinstellungen zu überprüfen: Im Fall von Facebook und Google durch ein Pop-up, bei Microsoft im Zuge eines Updates. Der norwegische Verbraucherrat, eine Regierungsbehörde, hat sich das genauer angeschaut. Das Urteil: Mit verschiedenen Techniken manipulieren und beeinflussen vor allem Facebook und Google die Nutzer, mehr Daten herzugeben.

Dazu nutzen Facebook und Co. verschiedene Tricks:

Standardeinstellungen

Die meisten Menschen ändern die Standardeinstellungen nicht. Das können Firmen ausnutzen: Sowohl Facebook als auch Google hatten in ihren Pop-ups Voreinstellungen für die am wenigsten datenschutzfreundlichen Optionen. Wer einfach zustimmt, erfährt nicht genau, was überhaupt voreingestellt war oder welche Alternativen es gegeben hätte.

Datenschutz ist absichtlich mühsam

Datenschutz braucht Zeit – zumindest bei Facebook und Google. Facebook-Nutzer, die es eilig hatten, seien wahrscheinlich geneigt gewesen, die blauen Buttons zu drücken und einfach alles mit vier Klicks zu akzeptieren, schreiben die norwegischen Verbraucherschützer. Wer dagegen das Datensammeln einschränken wollte, musste 13 Mal klicken. Ähnlich war es bei Google, das die Nutzer durch verschiedene Untermenüs schickte, wenn sie nicht die Standardeinstellungen akzeptierten. Nur bei Microsoft war die Klickzahl für „Ja“ und „Nein“ gleich. Visuelle Hinweise auf die „gewünschte“ Option gab es bei allen drein.

Die Wortwahl beeinflusst

Wie gewisse Datenschutz-Optionen präsentiert werden, kann einen Unterschied machen. Facebook, Google und Microsoft betonen deshalb lieber die positiven Funktionen einer Einstellung – und gehen zum Beispiel über mögliche negative Konsequenzen hinweg. Wenn Microsoft-Nutzer zum Beispiel keine personalisierte Werbung haben wollten, wurden sie darauf hingewiesen, dass das zu weniger relevanter Werbung führen würde, schreiben die Verbraucherschützer. Die Einstellung, die dagegen die meisten Daten teilte, war immer die positiv formulierte Option.

Belohnungen für „richtige“ Entscheidungen

Eine häufige Strategie sei auch, die Nutzer für „richtige“ Entscheidungen mit beispielsweise einem besseren Service zu belohnen – oder genau das Gegenteil anzudrohen. Auf der letzten Seite des DSGVO-Pop-ups von Facebook konnte man im Prinzip nur entschieden, ob man den neunen Benutzerbedingungen zustimmt oder Facebook verlässt. „Das scheint keine wirkliche Wahl zu sein“, finden die Verbraucherschützer.

Zeitpunkt ist nicht selbst gewählt

Alle drei, Google, Facebook und Microsoft, hätten Druck auf die User ausgeübt, die Einstellungen zu einem bestimmten Zeitpunkt, zu überprüfen – ohne eine klare Option, das Prozedere zu verschieben. So wurde Facebook-Nutzern zum Beispiel vorgemacht, dass sie sich erst um die Einstellungen kümmern müssten, bevor sie Facebook weiter nutzen können.

Wirkliche Kontrolle?

Sowohl Facebook als auch Google versprechen ihren Nutzern, dass sie die Kontrolle über ihre Daten haben. Doch Facebook, schlussfolgern die norwegischen Verbraucherschützer, lasse selbst Nutzer, die sich die Mühe machten, durch die einzelnen Einstellungen zu gehen, keine wirklich substanzielle Entscheidung treffen. Bei Google dagegen gebe es viel zu viele Entscheidungen, die getroffen werden müssten – das wirke entmutigend.

Von Anna Schughart/RND

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