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13:37 03.01.2018
Die Olympia-Erweiterung für das Wintersport-Spiel “Steep“ bringt mit dem Fokus auf die Sportler auch eine härtere Gangart ins Spiel. Quelle: Ubisoft
Leipzig

Das Wintersportspiel “Steep“, erschienen vor einem Jahr, wagt etwas Neues: Ganze Bergmassive der Alpen und Alaskas werden zum frei befahrbaren Spielfeld. Jederzeit können Fahrer aus den Renn- und Trickstrecken ins Unterholz ausbrechen.

Nicht nur Skier und Snowboard stehen zur Verfügung, sondern auch Gleitschirm, Wingsuit, und gegen Aufpreis Schlitten und weitere Verkehrsmittel. Dahinter steht eine Philosophie; das Besondere am Wintersport sind hier nicht die Sportler – es sind die verschneiten Berge. Skispringen im Sommer ist eben einfach nicht dasselbe.

Nun ist mit “Road To The Olympics” eine neue Erweiterung für Steep erschienen, die mit einem neuen Bergmassiv und neuen Aufgaben den Fokus auf Sportler legt. Die Zugabe ist einerseits kurz vor dem Start der Olympischen Winterspiele einleuchtend. Andererseits passt der Topf nicht auf den Deckel. “Steep“ bot bisher viele Wege zum Ziel, belohnte Extremsportler, Entdecker und Chaoten gleichermaßen. Dagegen bringen die olympischen Athleten eine härtere Gangart ins Spiel.

Auch wenn die Steuerung der rasanten Skislaloms einfacher ist als die eines Snowboards, führen Fehler prompt zur Katastrophe. Quelle: Ubisoft

Der Weg zur Olympiade ist streng linear. In kurzen Videos beschreiben Sportler die Feinheiten ihres Sports, das Training, die Vorbereitung, und dann wird das Erzählte nachgespielt. Die Aufgaben reichen von einfachen Pistenerkundungen bis zu vollen sportlichen Wettbewerben mit mehreren Läufen und Events.

Leider bleiben die Wettkämpfe streng auf dem Brett, “Road To The Olympics“ beschränkt sich auf Renn- und Trickevents für Ski und Snowboard. Die wenigen Disziplinen werden dafür sehr ernst genommen. Für Snowboard-Tricks mit genug Drehungen, Grabs, Variation und Sprunghöhe muss das ganze Gamepad gekonnt massiert werden.

Einfacher ist die Steuerung der rasanten Skislaloms, aber hier führt jeder Fehler prompt zur Katastrophe und zwingt Fahrer in die Wiederholung des kompletten Laufes. So unbarmherzig hat sich “Steep“ bisher nur in wenigen Herausforderungen angefühlt. Das ist frustrierend, aber angemessen – der simulierte Sport verlangt eben Präzision und Konzentration.

Die alten Stärken hat “Steep“ allerdings nicht vergessen. Das neue Bergmassiv, ein kühner Mix aus Japan und Südkorea, hat mehr zu bieten, als abgesteckte Pisten. Neben dem harten Wettkampf wartet hier eine ganze Wundertüte an Aktivitäten auf müde Olympioniken.

Wenn der Blutdruck nach dem zehnten verpatzen Slalom also überkocht, dann dürfen Spieler dem Frust im Gleitschirm davonfliegen. Das gibt nicht nur Erfahrungspunkte fürs Entdecken, es ist auch wunderbar beruhigend. Und so bleibt “Steep“ ein starkes Spiel. Egal, was die Sportler darauf veranstalten – der Berg bleibt der Star.

Info: “Steep Road To The Olympics“ ist seit dem 5. Dezember für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich. Die Download-Erweiterung kostet ohne Grundspiel 30 Euro, die komplette „Winter Games Edition“ 60 Euro.

Die Berglandschaft bleibt der Star: Wer am Slalom scheitert, darf dem Frust im Gleitschirm davonfliegen. Quelle: Ubisoft

Steep Road to the Olympics

Wertung: 4 von 5 Punkten

Genre: Wintersport

Erscheinungsdatum: 5. Dezember 2017

Plattform: PC, Playstation 4, Xbox One

Preis: 30 für die Erweiterung, 60 Euro inklusive Grundspiel

Jugendfreigabe: ab 0

Entwickler: Ubisoft

Publisher: Ubisoft

Website:
https://steep.ubisoft.com

Das sollten Eltern über “Steep Road To The Olympics“ wissen

Auch kleinen Kindern kann man diesen harmlosen Wintersportspaß in die Hände geben. Etwas verwegen sind höchstens die Belohnungen für möglichst halsbrecherische Stürze. Aber nach jedem Unfall stehen die Fahrer wieder auf. Wer die Kinder nicht an den Multiplayer-Modus heranlassen möchte, braucht sich nicht zu fürchten – die Komponente des Spiels ist ohnehin eher unterentwickelt. Viele Events im Spiel sind allerdings recht schwierig – nur Kinder mit Geduld und einer gewissen Frusttoleranz haben hier Spaß.

Von Jan Bojaryn

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