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14:30 19.09.2018
Würden mehr Angebote aus der digitalen Verwaltung zu kürzeren Warteschlangen führen? Quelle: Peter Kneffel/dpa
Berlin

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland wünscht sich laut einer aktuellen Umfrage mehr Angebote aus der digitalen Verwaltung. Nur jeder Zweite ist demnach der Meinung, dass seine Anliegen bei Behörden schnell und kompetent bearbeitet werden.

„Die Verwaltung setzt noch viel zu selten auf die Möglichkeit, Behördengänge online abzuwickeln“, sagte der Vorsitzende des Nationalen Normenkontrollrats (NKR) Johannes Ludewig zur Vorstellung der Umfrageergebnisse des Digitalverbands Bitkom am Mittwoch. „Wenn wir es ernst meinen mit den digitalen Bürgerdiensten, dann müssen wir das Tempo hier jetzt deutlich erhöhen.“ Die Aufgabe des Gremiums ist es, die Bundesregierung beim Bürokratieabbau zu unterstützen.

Anstehen und Papierkram machen „Leben unnötig schwer“

Bitkom fragte mehr als 1000 Menschen ab 14 Jahren unter anderem dazu, was sie sich von digitalen Behörden-Angeboten wünschen. Hoch im Kurs stehen demnach der Online-Antrag von Kindergeld (62 Prozent), Kitaplatz (61 Prozent) oder Elterngeld (41 Prozent). Aber auch das Melden von Schlaglöchern (83 Prozent) oder den Wohnsitz ummelden (74 Prozent) würden viele Menschen gern online erledigen. „Das Anstehen auf dem Amt und aufwendiger Papierkram bei der Beantragung von Dokumenten und Sozialleistungen machen unser Leben unnötig schwer“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Bürger haben Bedenken beim Datenschutz

Häufig scheitere der digitale Datenaustausch jedoch auch an den Datenschutzbedenken der Bürger, hieß es. Nur 36 Prozent der Befragten würden es befürworten, dass Behörden persönliche Daten mit Zustimmung der Menschen untereinander austauschen würden. Es gebe einen „seltsamen Widerspruch“ zwischen der Bereitschaft, persönliche Daten in sozialen Netzwerken auszutauschen und sie der Verwaltung zu übermitteln, sagte Ludewig. Um das nötige Vertrauen zu schaffen, müssten die öffentlichen Register so organisiert werden, „dass der Bürger jederzeit die Hoheit über seine Daten hat“, riet Ludewig.

Von dpa/RND

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