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Medien Meike Droste: Mathe vom Mauerblümchen
Nachrichten Medien Meike Droste: Mathe vom Mauerblümchen
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12:55 24.01.2017
Heldin mit Suppenhuhn: Carla Temme (Meike Droste) ist Risikoanalystin einer Firma, die Leute sogar gegen fliegende Tiefkühlware versichern möchte. Quelle: ARD
Hannover

Es funktioniert nicht, keine Chance, sosehr man sich müht: Wenn Meike Droste im Ersten als Carla Temme erstmals ins Bild tritt, steht Meike Droste als Bärbel Schmied daneben. Neun Jahre lang hat die Berlinerin aus Augsburg ihre wunderbar spröde Dorfpolizistin im ARD-Spaß „Mord mit Aussicht“ gespielt. Und zwar so hingebungsvoll, so eindrücklich, so glaubhaft, dass man Frau Schmied auch in der Versicherungsangestellten „Frau Temme“ sucht, die laut Titel das Glück sucht. Gar kein Wunder, könnten gewöhnliche Fernsehzuschauer da sagen; das deutsche Publikum ist nun mal stets um das ordnungsgemäße Lagern seiner Schauspieler in Schubladen bemüht. Doch ein Wunder, könnten Kenner des deutschen Sprechtheaters entgegnen; denn dort ist Meike Droste anders.

Am Bildschirm für heitere, irgendwie beschwingte Figuren zuständig, war die 36-Jährige auf der Bühne von Beginn an zuständig für dramatische Hauptrollen. Klassische Tragödinnen von Desdemona bis Medea, tiefschürfende Frauen wie die Mascha in Tschechows „Möwe“ oder Brechts wuchtige Schlachthof-Kämpferin Johanna – damit hat sich Meike Droste zum Stern am Bühnenhimmel gemausert. Preisgekrönt und gut gebucht.

Mathematisch hochbegabt von Geburt an

„Man besetzt in Deutschland leider viel zu selten gegen den Typ“, meint die zweifache Mutter. Dabei sei dies doch „ein gutes Mittel, um Stoffe interessant und spannend zu machen“. Wer Droste nur aus Claus Peymanns Berliner Ensemble kennt oder dem Schauspielhaus in Zürich, sollte sie daher dringend als Carla Temme sehen. Es lohnt sich. Auch über den Bühnenvergleich hinaus. Qua Geburt mit mathematischer Hochbegabung ausgestattet, analysiert das auf Logik fixierte Mauerblümchen Temme die Vertragsrisiken einer kleinen Versicherung. Der perfekte Job, so scheint es. Bis ihre Firma beschließt, mit absurden Policen aus dem Minus zu kommen. Gegen fliegende Gefrierhühnchen etwa oder außereheliche Untreue.

Im Gemüt der Fachfrau sorgt dies fortan ebenso amüsant für Konfusion wie der hyperaktive Abteilungsleiter Hans-Peter Mühlens (Martin Brambach) oder ihr verwirrend freigeistiger Freund Mikael (Richard Ulfsäter). Die Serie bedient ein Thema, das derzeit Konjunktur hat auf dem Fiktionssektor: aus Normalität Exzentrik zu gewinnen. Spätestens seit „Dr. House“ zählt dieses Prinzip zum festen Fernsehrepertoire. Und wie bei „Stromberg“ dient eine Versicherung dazu, Abgründe auszuloten.

Meike Droste wehrt sich mit Ironie gegen Bürokratie

Schließlich leben wir im Land „mit den meisten diagnostizierten Ängsten“, hat Droste bei der Vorbereitung auf „Frau Temme sucht das Glück“ erfahren. Schon das mache diesen Berufszweig so verwendbar fürs Fernsehen. Es kommt aber noch etwas anderes hinzu: die Möglichkeit, deutsches Ordnungsdenken im resopalgrauen Ambiente bürokratischer Verwaltungseinheiten ironisch zu brechen. Und das tut Meike Droste mit der ganzen Bandbreite ihrer Möglichkeiten.

Wie sie auch seit der Ausbildung an der Münchner Falckenberg-Schule die großen Bühnen der Republik rockt. InDeutschland gilt es nach wie vor als Spagat, beides zu bieten: Unterhaltung und Hochkultur, Spaß und Ernst. Meike Droste schafft das. Spielend.

Von RND/Jan Freitag

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