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Medien Journalist auf offener Straße erschossen
Nachrichten Medien Journalist auf offener Straße erschossen
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08:44 16.05.2017
Der Journalist Javier Valdez ist in Mexiko erschossen worden. Quelle: dpa
Culiacán

Unbekannte haben im Westen von Mexiko den Journalisten Javier Valdez getötet. Der Korrespondent der überregionalen Zeitung „La Jornada“ und freie Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP wurde am Montag in Culiacán im Bundesstaat Sinaloa erschossen. Die Leiche blieb einige Zeit mitten auf der Straße liegen, bis Polizei und Streitkräfte eintrafen und Gerichtsmediziner den Toten schließlich abtransportierten.

Er sei erschüttert über die Tat, sagte der örtliche Staatsanwalt Juan José Ríos. Das Opfer sei sein Freund gewesen. Valdez’ Kollegen vom Nachrichtenportal Ríodoce und seine Familie würden unter Personenschutz gestellt, sagte Ríos.

Der 50-Jährige schrieb vor allem über den Drogenhandel und das organisierte Verbrechen in der Region. Sinaloa ist die Heimat des gleichnamigen Drogenkartells des zuletzt in die USA ausgelieferten Drogenbarons Joaquín „El Chapo“ Guzmán. Valdez verfasste auch mehrere Bücher über das Thema.

Journalist fürchtete um seine Sicherheit

Der Journalist habe zuletzt um seine Sicherheit gefürchtet, teilte das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) in den USA mit. Die Organisation forderte eine rasche Untersuchung des Verbrechens. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

„Die mexikanische Regierung verurteilt den Mord an dem Journalisten Javier Valdez“, schrieb Präsident Enrique Peña Nieto auf Twitter. „Wir sind der Meinungs- und Pressefreiheit verpflichtet, sie ist fundamental für unsere Demokratie.“

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Medienvertreter. In diesem Jahr wurden bereits fünf Journalisten getötet. Erst vor sechs Wochen war die Korrespondentin von „La Jornada“ im Bundesstaat Chihuahua, Miroslava Breach, erschossen worden.

Medien berichten nicht mehr über organisiertes Verbrechen

Aus Angst üben immer mehr Zeitungen Selbstzensur und berichten nicht mehr über das organisierte Verbrechen. In der Rangliste von Reporter ohne Grenzen (ROG) liegt Mexiko auf Platz 147 von 180 untersuchten Ländern. Nach Angaben des Journalistenverbands Articulo 19 gab es im vergangenen Jahr 426 Angriffe auf die Presse in Mexiko.

Die Gewalttaten gegen Journalisten in Mexiko bleiben meist ungesühnt. Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit Anfang Mai kritisierte das CPJ, dass die Hintermänner fast nie verurteilt würden. „In Mexiko - einem der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit - erlaubt es die weit verbreitete Straflosigkeit kriminellen Gruppen, korrupten Beamten und Drogenkartellen, ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen“, hieß es in dem Bericht.

Von RND/dpa