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Medien Fritzi Haberlandt spielt schusselige Kommissarin
Nachrichten Medien Fritzi Haberlandt spielt schusselige Kommissarin
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13:43 21.05.2017
Im Kreis der Mordmotivierten: Maxie Schweiger (Fritzi Haberlandt, 2. v. l.) befragt Mitrtarbeiter Doris Meller (Petra Kleinert), Sören Koperski (Lucas Prisor), Gesa Porizkova (Julia Hartmann) und Benno Wengerich (Daniel Christensen). Quelle: Foto: ZDF
Mainz

Corinna Harfouch, Nora Tschirner, Hannelore Hoger: Früher oder später löst jede prominente Schauspielerin in Deutschland ihren ersten Mordfall. Bei der grandiosen Fritzi Haberlandt („Erbsen auf halb sechs“) ist es jetzt endlich so weit: Im ZDF-Fernsehfilm der Woche„Der Chef ist tot“ (Montag, 22. Mai, 20.15 Uhr, ZDF) spielt die herrlich verschrobene Kriminalistin Maxi Schneider, die mit Erdbeer-Smoothie-Fleck auf der weißen Bluse Verhöre führt und die Verdächtigen mit ihrer gut gelaunten An-die-Arbeit-Attitüde irritiert. Diese würde auch gut zu einer Ferienheim-Leiterin passen, die Kinder zum Müllsammeln motivieren will.

Motive, nichts als Motive

Als der Chef eines Logistikunternehmens (Guido Lambrecht) stirbt, begrüßt Maxi Schneider die Belegschaft mit den Worten „Schön haben Sie’s hier.“ Alle fünf Mitarbeiter sind verdächtig, denn der Chef wollte sich bis Ende der Woche entscheiden, wen er von ihnen entlässt. Bis dahin sollten alle noch einmal richtig um seine Gunst buhlen. Da gibt es die ziemlich klischeehafte schöne junge Gesa (Julia Hartmann), ihren Teilzeitliebhaber Sören (Lucas Prisor, bekannt aus der Serie „Charité“), die frisch geschiedene Buchhalterin Doris (Petra Kleinert), den vollbärtigen Nerd Benno (Daniel Christensen) und den bei der Beförderung übergangenen Michael (Götz Schubert).

Alle hatten sofort angefangen zu rotieren. Doris Meller, die Dienstälteste und just 50 geworden, hatte umgehend verkündet, dass sie dieses zynische Spiel nicht mitmachen werde. Michael Baumgartner, dem Toten in nimmermüder Feindschaft verbunden, fürchtete vor allem, dass seine Frau im Falle einer Entlassung die Scheidung verlangt. Und Sören Koperski sah in seinem Chef vor allem einen Rivalen beim Flirten mit der Betriebsbeauty Gesa (Julia Hartmann).

Methode „Columbo“

Haberlandt fragt sie nach der Methode „Columbo“ aus: Sie gibt die Unbeholfene und stellt hinterrücks kleine heimtückische Fragen, um die Verdächtigen aus dem Konzept zu bringen. Das gelingt ihr zusehends. Allianzen zerbrechen oder werden neu geschmiedet. Alle fühlen sich irgendwie ertappt und könnten sich im Laufe des Films so gut wie jeden Kollegen als Mörder vorstellen.

Aus der Geschichte (Autor: Stefan Rogall) hätte man mehr machen können. Die schlichte Dramaturgie und die Auflösung haben viel für sich und vermitteln die Lehre, dass Chefs manchmal anders ticken, als es die professionelle Fassade erwarten lässt. Regisseur Markus Sehr lässt die Schauspieler aber eher steife und aufgesagte Dialoge führen, die Emotionen wirken nur behauptet.

Gewitzte Ermittlerin

Anders ist das bei Haberlandt („Die Libelle und das Nashorn“, „Nebel im August“). Allein schon ihretwegen lohnt sich das Einschalten. Sie spielt diese wahrlich sonderbare und gleichsam gewitzte Ermittlerin mit einer Mischung aus professioneller Neugier und kindlichem Erstaunen. „Mir hat von Anfang an gefallen, mit welcher Begeisterung und Freude sie ihre Arbeit macht“, war von der Schauspielerin über die Rolle zu hören. „Maxi hat also immer gute Laune und löst den Fall voller Elan. Dass sie sich dabei völlig verrennt, merkt sie natürlich nicht, war für mich aber herrlich zu spielen: eine hochmotivierte Kommissarin, die es eigentlich nicht drauf hat.“ Sie findet heraus, dass der verstorbene Chef offenbar ein Mensch war, der permanent alle vor den Kopf gestoßen hart, keiner, für den jemand Tränen vergießen würde. Am Ende werden alle Verdächtigen zur Auflösung zusammengerufen. Agatha Christies Miss Marple lässt grüßen. Die war allerdings deutlich älter.

Fortsetzung vorstellbar

Man will noch mehr von dieser unberechenbaren Kommissarin sehen, die sich Geschichten über ihre Mutter ausdenkt, um Verdächtige zum Reden zu bringen. Auch ihr Chef – gespielt von Rudolf Kowalski, bekannt aus „Wilsberg“ – wird weidlich eingeführt. Das lässt darauf hoffen, dass der Film zum Auftakt einer Reihe wird.

Von Nina May/RND

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