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Fernsehen „Younger“ – Eine Frau auf Ally McBeals Spuren
Nachrichten Medien Fernsehen „Younger“ – Eine Frau auf Ally McBeals Spuren
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10:31 17.07.2018
Hashtag – lustig: Kelsey (Hilary Duff, v. l.), Liza (Sutton Foster) und Diana (Miriam Shor) machen in „Younger“ auf Zeitgeist. Quelle: Foto: obs/Pro7
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Los Angeles

Mit „Sex and the City“ schuf er 1998 einen Fernseh-Meilenstein, nun hat sich Produzent Darren Star eine neue New Yorker Frauenserie ausgedacht: „Younger“ erzählt von der frisch getrennten Hausfrau und Mutter Liza Miller (Sutton Foster), die keinen Job findet, weil sie mit ihren 40 Jahren – so erscheint es ihr jedenfalls – schon zum alten Eisen zählt.

Es geht ums Flirten, um Mode und um Pikantes

Kurzerhand gibt sie sich erfolgreich als 25-Jährige aus und wird bei einem hippen Verlag als Assistentin eingestellt – mit weitreichenden Folgen. Das Ganze wird genauso keck und komisch erzählt, wie man das vom „SatC“-Schöpfer erwarten darf, es geht wieder ums Flirten, um schicke Nachtclubs, Mode und pikante Themen aus dem Intimbereich. „Younger“ läuft ab 18. Juli immer mittwochs bei Pro7 in Doppelfolgen als Free-TV-Premiere.

Wer als Zuschauer selber 40 oder älter ist, wird vielleicht manches Mal mit der sympathischen Hauptfigur Liza Miller fühlen, die den Anschluss an viele hippe Trends verpasst hat und oft einfach nicht mehr mitkommt. Sie hat zum Beispiel keine Ahnung, wie man einen Twitter-Account einrichtet, mit ihrem Handy steht sie auf Kriegsfuß, und wenn junge Männer flächendeckend tätowierte Arme haben, runzelt sie tantenhaft die Stirn.

Lizas Alltag ist ab sofort mit Stolperfallen gespickt

Ihre Freundin hilft ihr bei der Verwandlung in eine Jüngere: Liza bekommt mädchenhaft langes Haar, rosa Bäckchen und sexy Overknee-Stiefel verpasst, dazu gibt es einen Crashkurs in Sachen Jugendkultur. Auf diese Art ergattert sie zwar den Job als Verlagsassistentin, doch ihr Alltag ist ab sofort mit Stolperfallen gespickt. Liza muss nicht nur ihre Chefin Diana (Miriam Shor) täuschen, eine 46-Jährige, die neidisch auf junge Frauen ist, sondern auch ihre Kollegin Kelsey (Hilary Duff), die ebenfalls um die 20 ist.

Die langjährige Hausfrau lernt zwar schnell, ihre Sprache auf jung und hip zu trimmen, etwa indem sie „Hashtag – erbärmlich“ sagt statt eine Sache einfach nur „erbärmlich“ zu nennen. Doch schon in der Umkleide eines Fitnessclubs, als Liza vor den anderen ihr ergrautes Schamhaar nicht verbergen kann, fliegt der Bluff beinahe auf.

Kritiker haben Produzent Darren Star vorgeworfen, dass das Frauenbild in „Younger“ gestrig sei. In der Tat: In Zeiten, in denen feministische Serien wie „Girls“ populär sind oder in „House of Cards“ eine Frau US-Präsidentin wird, tanzt die nervöse Liza mit ihrem Hilfsjob, für den sie völlig überqualifiziert ist, aus der Reihe.

Die Heldin wandelt auf den Spuren der drolligen Ally McBeal

Doch wer damit leben kann, dass eine weibliche Hauptfigur nicht in erster Linie den Typus der toughen Frau verkörpert, sondern eher auf den Spuren der drolligen Ally McBeal wandelt, hat hier einiges zu lachen, denn die Geschichten nehmen den Jugendwahn und den Kampf der Generationen heiter und leicht auf die Schippe.

In den USA hat „Younger“ so viele Fans, dass die dort 2015 gestartete Serie bereits in der fünften Staffel läuft. Hauptdarstellerin Sutton Foster war zu Beginn der Dreharbeiten übrigens tatsächlich knapp 40, auch wenn sie in dem Format jünger aussieht. Die Outfits für „Younger“ hat die berühmte Designerin Patricia Field entworfen, die in „Sex and the City“ für die legendären Roben von Hauptdarstellerin Sarah Jessica Parker verantwortlich war.

Von Cornelia Wystrichowski

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