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Fernsehen „Wo kein Schatten fällt“: Ein Fernsehdebüt von zehn Freunden
Nachrichten Medien Fernsehen „Wo kein Schatten fällt“: Ein Fernsehdebüt von zehn Freunden
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08:23 08.11.2018
Hand vor den Mund: Bastian (Rick Okon) und Hannah (Valerie Stoll) werden beim Schäferstündchen überrascht. Quelle: Foto: Christiane Buchmann/NDR
Hamburg

Das Filmemachen ist in der Realisierung recht komplex, doch die Idee ist einfach: Ein Drehbuch findet Produzenten, die es finanzieren, mit einem Regisseur zusammen realisieren und zuletzt publizieren. Im Idealfall gibt es danach Lob und vielleicht sogar Profit. Das Filmemachen ist daher vor allem Teamwork. Aber ein Mannschaftssport? Nathan Nill findet schon.

Der junge Produzent aus Reutlingen hat sich deswegen mit seinen Freunden zusammengetan und eine Firma gegründet, die mehr will, als nur in wechselnder Besetzung Filme zu machen. „Wir sind definitiv keine Zweckgemeinschaft“, sagt Nill über sein „Kind mit der goldenen Jacke“, wie er das Kollektiv 2007 genannt hat. Sieben Jahre später wurde aus dem Kollektiv zusammen mit seinem Schweizer Kollegen Mathieu Neville eine GmbH. Heute umfasst sie zehn Mitglieder, sechs Männer und vier Frauen, die alles vereint erledigen.

Nach einer Reihe preisgekrönter Dokumentationen und Kurzfilme haben sich drei davon nun fürs ersehnte Langfilmdebüt zusammengetan.

„Wo kein Schatten fällt“ – ein Film mit einer überwiegend weiblichen Crew

„Wo kein Schatten fällt“ ist ein Mysterythriller der Autorin Lena Krumkamp, den die Regisseurin Esther Bialas mit ihrer Kamerafrau Christiane Buchmann realisiert hat. Doch nicht nur die Tatsache allein, dass alle drei an der Hamburg Media School studiert haben, macht die 100 Minuten zur echten Teamleistung. „Wir sind mehr Familie als Filmteam“, beteuerte Bialas bei der feierlichen Präsentation des Gruselstoffs im Rahmen der NDR-Reihe „Nordlichter“. Wobei nicht nur die Crew weiblich dominiert ist, sondern auch das Thema samt Besetzung.

Die Internatsschülerin Hannah (Valerie Stoll) kehrt darin für den Sommer heim in die Landschlachterei des Vaters (Godehard Giese). Weil ihre Mutter allerdings einst drei Männer ins angrenzende Moor gelockt haben soll, wird die Tochter von der abergläubischen Dorfbevölkerung als Hexe verunglimpft – was keineswegs abnimmt, als sich die mysteriösen Ereignisse immer dort häufen, wo Hannah auftaucht. Könnte etwas dran sein an der Sache mit der Hexerei? Schließlich ist auch immer dann die rätselhafte Schönheit Eva (Milena Tscharntke) zugegen, wenn es irgendwo unheimlich wird. In der deutschen Provinz scheint es nicht mit richtigen Dingen zuzugehen. Denn deren Bewohner sind im Film bewaffnete Landeier, die intensive Blicke tauschen, sobald bedeutungsschwangere Musik überm Moor erklingt. Jenes Moor dampft selbst im Sonnenlicht unter den Gummistiefeln, die in der norddeutschen Tiefebene offenbar Pflichtschuhwerk sind. Auf bildlicher Ebene treiben die Macherinnen es mit den Thrillereffekten manchmal zu weit – sobald der Nebel im nächtlichen Wald steht, wird er von grellen Scheinwerfern beschienen, sodass sich das Waldbild in Streifen schneidet.

Viel Effekte – trotzdem eine starke Story

Im Plot aber liegt die Stärke des Films: So knüpft der maskuline Abwehrreflex gegen intellektuell überlegene Frauen im Film geschickt an die Hexenverfolgung früherer Jahrhunderte an.

„Wir befassen uns hier auch aus eigener Erfahrung bewusst mit männlicher Repression“, meint Regisseurin Bialas. Sobald sich das vermeintlich schwache Geschlecht dagegen selbstbewusst zur Wehr setzt, würden die Herren der Schöpfung schließlich bis heute in alte Muster und Abwehrgefechte verfallen. Trotzdem sei „Wo kein Schatten fällt“ kein Emanzipationsfilm, sondern ein Coming-of-Age-Stoff für alle.

Aus dem Hause „Kind mit der goldenen Jacke“ soll künftig noch mehr zu sehen sein. Sehr gern! Nur bitte beim nächsten Mal kein Mysteryzeugs. Effektüberladene Produktionen gibt es hierzulande auch schon genug.

Von Jan Freitag

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