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11:24 22.12.2017
Sahra Wagenknecht ist in diesem Jahr die Königin der Talkshows. Quelle: Michael Gottschalk/photothek.net
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Berlin/Hannover

Lange galt Wolfgang Bosbach als beliebtester Gast in den politischen Talkshows des deutschen Fernsehens. Es schien fast, als sei der CDU-Politiker Teil praktisch jeder politischen Diskussionsrunde – egal ob donnerstags bei Maybritt Ilner im ZDF oder sonntags bei Anne Will in der ARD. Doch seine Besuche sind seltener geworden, was unter anderem mit seinem Rückzug aus dem Bundestag und seiner Erkrankung zu tun haben dürfte.

Sahra Wagenknecht ist diesem Jahr die Talkkönigin – zumindest was die Anzahl ihrer Sendungsbesuche angeht. Das geht aus einer Auswertung aller Gästelisten der vier Polittalks „Maischberger“, „Hart aber fair“, „Maybrit Illner“ und „Anne Will“ durch das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) hervor.

Dafür bringt sich eine Politikerin ganz anderer Couleur immer mehr ins Spiel: Sahra Wagenknecht ist in diesem Jahr die Königin der Talkshows – zumindest, was die Anzahl ihrer Sendungsbesuche im Wahljahr 2017 angeht: Insgesamt elf Mal war die Linken-Politikerin bei den vier wichtigsten politischen Talkshows des Landes zu Gast: „Maischberger“, „Hart aber fair“, „Maybrit Illner“ und „Anne Will“. Kein anderer Politiker, Journalist, Wissenschaftler oder Normalverbraucher war öfter auf dem Fernsehbildschirm zu sehen. Das geht aus einer Auswertung aller Gästelisten der vier Sendungen durch das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) hervor. Mitgezählt wurden dabei auch Sondersendungen wie zum Beispiel „Illner intensiv“.

Fünf Politiker teilen sich zweiten Platz

Den zweiten Platz teilen sich mit insgesamt je zehn Besuchen Peter Altmaier, Christian Lindner, Thomas Oppermann, Cem Özdemir und Ursula von der Leyen. Wolfgang Kubicki und Markus Söder stehen mit jeweils neun Gastspielen beide auf Platz drei. Katrin Göring-Eckardt sowie Alexander Graf Lambsdorff belegen mit je acht Besuchen den vierten Platz. Auch Norbert Röttgen hat es mit insgesamt sieben Besuchen gerade noch in die diesjährigen Top Fünf geschafft.

Spitzenreiterin Wagenknecht stand bei vier von insgesamt 31 Sendungen von „Anne Will“ auf der Gästeliste. Dreimal begrüßte Sandra Maischberger die 48-Jährige Linken-Spitzenkandidatin am Mittwochabend in ihrer Runde. Je zweimal war Wagenknecht in der Talkshow „Hart aber fair“ von Frank Plasberg sowie bei „Maybrit Illner“ im ZDF zu Gast. In den letzten Jahren war Parteikollege Gregor Gysi noch das präsenteste Gesicht der Linkspartei. Wagenknecht hat in dieser Hinsicht seine Nachfolge angetreten. Gysi selbst, langjähriger Linken-Fraktionschef im Bundestag, diskutierte 2017 nur vier Mal mit anderen Talkshow-Gästen im TV.

Altmaier talkt am liebsten donnerstags

Doch nicht in allen vier Talkshows schaffte Wagenknecht den Sprung auf Platz eins: Nur bei „Maischberger“ steht sie ebenfalls an der Spitze – allerdings zusammen mit „Stern“-Kolumnist Hans-Ulrich Jörges und dem designierten bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Alle drei waren jeweils dreimal zu Gast. Bei „Anne Will“ schaffte es mit Ursula von der Leyen und Olaf Scholz eine Art große Koalition an die Spitze – mit jeweils fünf Besuchen. Für Peter Altmaier scheint donnerstags 22.15 Uhr die beste Uhrzeit zum Diskutieren zu sein: Insgesamt sechs Mal saß er in der Runde von Maybrit Illner. Bei „Hart aber fair“ war der SPD-Politiker Thomas Oppermann vier Mal zu Gast – und konnte das Rennen für sich entscheiden.

Landtagswahlen, Bundestagswahl und Sondierungsgespräche – für sämtliche Parteien war es ein wichtiges Jahr, um sich in Deutschland zu positionieren. Das lässt sich auch an der Parteizugehörigkeit der Talkshowgäste erkennen: Alle im alten Bundestag vertretenen Parteien haben mindestens einen Politiker unter den Top Fünf. Die FDP stellt – wie die CDU – sogar drei Parteimitglieder. Die Grünen sind mit zwei Spitzenpolitikern vertreten. Bei einer Koalition der Talkshow-Gäste würde also alles auf Jamaika hinauslaufen.

Weidel sagt Besuch ab

Etwas überraschend ist, dass in den Top Fünf keine AfD-Politiker zu finden sind – die Wahrnehmung hat ein anderes Bild vermuten lassen. Spitzenkandidatin Alice Weidel war mit insgesamt drei Besuchen häufigster AfD-Gast in den vier großen öffentlich-rechtlichen Talkshows. Einen weiteren Auftritt in der Sendung „Illner intensiv“ Anfang September sagte sie allerdings kurzfristig ab. Bereits kurz zuvor hatte sie bei einem Besuch in der ZDF-Sendung „Wie geht’s Deutschland?“ mit Moderatorin Marietta Slomka für einen – allerdings ziemlich kalkuliert wirkenden – Eklat gesorgt: Nach einer Äußerung von Diskussionspartner Andreas Scheuer (CSU), sie solle sich von Alexander Gauland und Björn Höcke distanzieren, packte sie ihre Notizen ein und verließ vorzeitig das Studio.

Die teils heftig geführte Herbstdebatte, ob häufige Einladungen von AfD-Politikern in Talkshows den Aufstieg der Partei erst möglich gemacht hätten, ob die Medien also quasi mitschuldig waren, beantwortet die Jahresstatistik eindeutig.

Von Julia Polley/RND

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