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Fernsehen Frei geschaut – WM-Gucken ohne eigenes Team
Nachrichten Medien Fernsehen Frei geschaut – WM-Gucken ohne eigenes Team
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15:46 16.07.2018
Einen Moment lang wollten wir gar nichts mehr sehen: Ein weiblicher Fan der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim Public Viewing nach dem schicksalhaften Vorrundenspiel gegen Südkorea. Quelle: Foto: imago
Moskau

Sehenswert bis weit in die zweite Halbzeit des letzten Spiels war diese WM: Ballrückgabe auf den Torwart der Franzosen, der Kroate Mandzukic läuft trotzdem unbeirrt auf den Keeper zu. Und was 1001-mal routinemäßig mit einem Abstoß des Torwarts weit ins Spielfeld und dem erfolglosen Abdrehen des Stürmers endet, ging diesmal – plumps – ins Netz. Was für ein vergnügliches Törchen! Als Fernsehzuschauer kam man aus dem Lachen nicht mehr heraus.

Unfassbar viel Publikum für ein gedemütigtes Fußballland

Und war dabei nicht allein. 21,3 Millionen fußballbegeisterte Deutsche (76,1 Prozent Marktanteil) waren am Sonntagnachmittag im ZDF dabei, als Kroatien bis zum Abpfiff versuchte, das 4:2 gegen Frankreich zu drehen. Das war nicht die höchste Einschaltquote während der Russland-WM (beim Spiel Deutschlands gegen Schweden saßen in der ARD 27,5 Millionen Zuschauer vor den Geräten).

Und natürlich war es kein Vergleich zum Endspiel von 2014, als „Schland“ gegen Argentinien 34,57 Millionen vor den Fernseher zog. Aber es waren unfassbar viele für ein gedemütigtes Fussballland, das seine Schwarzrotgold-Öhrchen schon vor zweieinhalb Wochen von den Außenspiegeln gezupft und die Fahnen eingerollt hatte.

Der Zuschauer konnte Loyalitäten locker wechseln

Auf vier Wochen Deutschlandspiele war man eingestellt gewesen. Hatte Urlaub genommen, Biervorräte aufgestockt, den Grill geputzt. Man hatte eine Auszeit von allem politischen Kriseln genießen wollen und war fassungslos, wie die eigene Mannschaft, „die Mannschaft“, im Sauseschritt unterging.

Und dann? Die einen schoben fortan Frust und alles ungerechterweise Özil in die Schuhe, der ja sowieso nie mitsingt bei „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Die anderen schauten einfach weiter, als wäre nichts passiert. Und schauten sich frei. Plötzlich war WM-Gucken ganz leicht.

Man konnte mal ohne Heimataspekt seine Sympathien völlig frei vergeben, und das von Spiel zu Spiel, manchmal sogar von Spielhälfte zu Spielhälfte. Man konnte einmal die Dynamik der Belgier feiern, sich dann über die draufgängerische Lust der Isländer auf Zweikämpfe freuen, dann über die Fairness der Japaner, und bewundern, wie die Franzosen mit ihrer Verteidigungslinie ihr Tor quasi blickdicht machten.

Die WM bot befreites Zuschauen ohne Überziel im Hinterkopf

Und das ohne im Hinterkopf die Titelverteidigung des eigenen Teams als Überziel zu verfolgen, ohne die übliche Spielfeldpolitik, wer wohl für „uns“ der leichtere Gegner im nächsten Match wäre. Der Sportarenenpatriotismus, der bei einer WM bei so manchem Fan gern auch mal zu nationalistischen Verspannungen führt, war diesmal völlig passé. Schöner wäre es mit „Jogis Eleven“ gewesen, klar, ohne wars aber anders schön.

Und so guckten laut ARD-Angaben im Schnitt rund neun Millionen Zuschauer die Spiele ohne deutsche Beteiligung. Außer dem Finale und den drei deutschen Vorrundenmatchs war das Halbfinale zwischen Frankreich und Belgien mit 18,3 Millionen Zuschauerinnern und Zuschauern am erfolgreichsten.

Gerade einmal 2,3 Millionen Fernsehzuschauer fanden sich dagegen beim Wimbledon-Sieg der Deutschen Angelique Kerber ein, dem größten deutschen Tenniserfolg seit Steffi Graf. Ein Triumph im Schatten des Fußballspiels Belgien gegen England (8,53 Millionen Zuschauer), das parallel in der ARD lief. „Wir sind mit den Zahlen hoch zufrieden angesichts der Konkurrenz durch Fußball“, sagte der ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann am Montag tapfer.

Was er eigentlich sagen wollte, ist: „Schade!“

Von Matthias Halbig / RND

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