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Nachrichten Medien Fernsehen In Nicaragua werden Journalisten verfolgt
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11:20 06.12.2018
Gewalt gegen Kritiker: Die Regierung von Daniel Ortega, Präsident von Nicaragua (hier mit seiner Frau Rosario Murillo), geht gegen Regimekritiker vor. Immer mehr unabhängige Medienvertreter klagen über Verfolgung. Quelle: dpa
Managua

Kritische Journalisten werden in Nicaragua laut „Reporter ohne Grenzen“ (RoG) zunehmend verfolgt. Willkürliche Verhaftungen, Todesdrohungen, Gewalt und Spionage zeugten davon, dass Präsident Daniel Ortega das Land immer autoritärer regiere, erklärte die internationale Journalistenorganisation. Die Pressefreiheit in Nicaragua sei vom Aussterben bedroht, schrieb die Initiative und sprach von einem „düsteren Jahresende für unabhängige Journalisten“.

Reporter ohne Grenzen“ verweist auf zahlreiche Angriffe

Dabei verweist „Reporter ohne Grenzen“ auf zahlreiche Angriffe auf Medienvertreter, die allein im November stattgefunden hätten. So seien der Direktor des Fernsehkanals „100 % Noticias“, Miguel Mora, sowie seine Frau, die Journalistin Verónica Chávez, wochenlang von Polizeibeamten belästigt worden. Mora sei geschlagen, mit dem Tode bedroht und innerhalb einer Woche sechs Mal festgenommen worden.

Der für die spanische Tageszeitung „El País“ arbeitende Reporter Carlos Salinas Maldonado sei Opfer von Cyberattacken geworden. Zahlreichen Radiostationen habe das Regime vorübergehend die Sendelizenz entzogen. Auch der Besitzer des Radio „Darío“ in der Stadt León, Aníbal Toruño, wurde demnach von Sicherheitskräften bedroht. Polizisten erklärten seinen Mitarbeitern nach Angaben der Tageszeitung „La Prensa“, sie arbeiteten für einen Terroristen und Putschisten. Zwei der Beschäftigten wurden vorübergehend verschleppt.

RoG-Direktor Colombié: Verfolgt werden kritische Stimmen

„Alle Journalisten und Medienanstalten, die von der Polizei und Daniel Ortegas persönlichen Leibwächtern verfolgt werden, haben eines gemein: Sie sind unabhängig und berichten kritisch. Das kann die Regierung nicht tolerieren“, resümierte der Lateinamerika-Direktor der Organisation, Emmanuel Colombié. Die Journalisten leisteten eine wichtige Arbeit, indem sie dokumentierten, wie das Ortega-Regime gewaltsam seine Macht im Land ausdehne.

Seit im April dieses Jahres Studenten, Menschenrechtler, Umweltschützer und weitere Oppositionelle begonnen haben, mit Demonstrationen und Straßenblockaden für den Rücktritt Ortegas zu mobilisieren, geht die Regierung gewaltsam gegen ihre Kritiker vor. Nach Angaben der nicaraguanischen Menschenrechtsorganisation ANPDH sind Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen bereits mehr als 500 Menschen zum Opfer gefallen. 610 Personen sitzen als politische Gefangene im Gefängnis, Zehntausende haben das Land verlassen.

Von Wolf-Dieter Vogel

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