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Fernsehen „Morgens stürmisch, abends Liebe“ im ZDF: Was macht einen Mann zum Vater?
Nachrichten Medien Fernsehen „Morgens stürmisch, abends Liebe“ im ZDF: Was macht einen Mann zum Vater?
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08:24 06.01.2019
Holly Reynolds (Nadine Warmuth, M.), Leo Reynolds (Noah Kraus, l.) und Lisa Reynolds (Johanna Hens, r.). Quelle: Foto: Jon Ailes/ZDF
Berlin

Der Titel verdankt seine Existenz dem Beruf der Hauptfigur: Holly (Nadine Warmuth), Ende 30, ist die Wetterfee eines regionalen Fernsehsenders. Davon abgesehen weckt „Morgens stürmisch, abends Liebe“ falsche Erwartungen, denn was nach turbulenter Romanze klingt, entpuppt sich als seriös erzähltes Drama: Holly lebt seit zehn Jahren glücklich mit Gärtner Julien (Mathias Harrebye-Brandt) zusammen; die beiden 16 Jahre alten Zwillinge Leo und Lisa, die Holly mit in die Beziehung gebracht hat, betrachten ihn als Vater.

Die Idylle gerät in erhebliche Gefahr, als eines Tages der Erzeuger der beiden Geschwister auftaucht: Vince (Gabriel Merz) war einst Hollys spanischer Sommerflirt. Er hatte damals zwar keine Ahnung von seiner Vaterschaft, aber unmissverständlich klargemacht, dass Kinder in seinem Leben keinen Platz haben; nun findet er jedoch Gefallen an der Vorstellung. Verbittert muss Julien mit ansehen, wie seine Zukunft zusammenbricht wie ein Kartenhaus.

Das Autorenduo weiß welche Zutaten ein Sonntags-Cocktail braucht

Die Sonntagsfilme im Zweiten beeindrucken regelmäßig durch unerwartete erzählerische Vielschichtigkeit. Das gilt auch für „Morgens stürmisch, abends Liebe“. Nebenfiguren wie Lisa und Richard bekommen ihre eigenen Geschichten, die mal im Guten, mal im Schlechten Einfluss auf die eigentliche Handlung haben. So verliebt sich beispielsweise sein verwitweter Vater (Frieder Venus) in eine alleinstehende Ärztin (Michaela Rosen), die ihm klarmacht, dass wirkliche Vaterschaft keine Frage von genetischer Verwandtschaft sei, denn darauf läuft die Botschaft des Films selbstverständlich hinaus. Das erfahrene Autorenduo Martin Wilke und Jochen S. Franken hat diverse Drehbücher für Reihen wie Rosamunde Pilcher, „Traumschiff“ und „Kreuzfahrt ins Glück“ geschrieben und weiß natürlich, welche Zutaten ein Sonntags-Cocktail braucht, weshalb es auch ein paar komische Momente gibt.

Mehr zum Thema: 25 Jahre Rosamunde Pilcher im Deutschen Fernsehen

Regie führte Stefan Bartmann. Er hat bereits ein gutes Dutzend Drehbücher umgesetzt, die Wilke allein verfasst hat. Inhaltlich mag „Morgens stürmisch, abends Liebe“ für die eine oder andere Überraschung sorgen, optisch ist das Drama ein Film von der Stange. Das liegt in erster Linie an der Bildgestaltung und der Musik. Von offenkundiger Einfallslosigkeit sind beispielsweise die immer gleichen Szenenwechsel: Entweder fliegt die Kamera auf die Küste zu oder sie schwenkt in der Längsachse vertikal vom Himmel herab.

Schauspieler überzeugen trotz kitschiger Inszenierung

Interessant ist dagegen die Besetzung der überzeugenden Schauspieler. Gerade Gabriel Merz, seltsamerweise nicht viel öfter zu sehen, ist eine ausgezeichnete Wahl für die Rolle des Antagonisten: Vince ist ein charismatischer Typ, der Leo und Juliens Vater umgehend für sich einnimmt, zumal er seit der Affäre mit Holly als Koch in der ganzen Welt rumgekommen ist und entsprechend viel zu erzählen hat. Allerdings arbeitet er auch mit fiesen Tricks, um Julien auszustechen; Lisa hält ihn ohnehin für einen Blender.

Anders als sonst in den Pilcher-Filmen ist der Nebenbuhler diesmal also nicht von vornherein chancenlos. Nadine Warmuth wird der Zielgruppe am ehesten aus „Sturm der Liebe“ bekannt sein, wo sie ein typisches Soap-Biest gespielt hat. Gut besetzt sind auch die beiden Jugendlichen; vor allem Johanna Hens macht ihre Sache ziemlich gut und wird beim ZDF bestimmt auf der Liste der vielversprechenden Nachwuchsdarstellern notiert.

Von Tilmann P. Gangloff

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