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Fernsehen Kölner Tatort „Weiter, immer weiter“: Die Vergangenheit wartet auf Freddy Schenk
Nachrichten Medien Fernsehen Kölner Tatort „Weiter, immer weiter“: Die Vergangenheit wartet auf Freddy Schenk
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09:01 05.01.2019
Mit Vergangenheit: Freddy Schenk (Dietmar Bär, r.) hilft beim Ex-Kollegen Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker, Mitte) aus. Quelle: Foto: Martin Valentin Menke/WDR/ARD/dpa
Köln

Darauf haben „Tatort“-Fans lange darauf warten müssen – und nun ist endlich raus: Für Freddy Schenk (Dietmar Bär) gab es tatsächlich ein Leben vor Max Ballauf (Klaus J. Behrendt). Unfassbar! Seit 1997 ermittelt er regelmäßig mit seinem Kollegen in Köln, und in all den Jahren hat der Zuschauer zwar so einiges aus Schenks oft kriselndem Eheleben erfahren, aber nie hat es ein Wort gegeben über seine Anfänge als Polizist.

Umso wuchtiger wird er nun in der Folge „Weiter, immer weiter“ (Drehbuch: Arne Nolting, Jan Martin Scharf) mit seinem Vorleben konfrontiert: In Gestalt des Streifenpolizisten Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker), einer Urgewalt in Uniform, mit dem er einst die Polizeischule besucht hat. Und der ihn seitdem kurz und konsequent „Schenki“ nennt. Das schöne Wiedersehen hat allerdings einen ziemlich unschönen Grund. Frank Lorenz hat bei einer Routine-Verkehrskontrolle einen Wagen gestoppt. Der Fahrer des angehaltenen Autos ist daraufhin panisch geflohen – direkt vor eine Straßenbahn – und dabei getötet worden.

War es die Mafia?

Da man im Auto des Toten jede Menge Drogen gefunden hat, ist dieser tragische Unfall auch ein Fall für die Mordkommission, also für Ballauf und Schenk. Außerdem hat Lorenz nach eigener Aussage einen schwarzen Jeep beobachtet, der den Verunglückten offenbar verfolgt hat. Wie er die Verfolger beschreibt, spricht vieles dafür, dass die Russenmafia in den Fall verwickelt ist.

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Ballauf reagiert zwar von Anfang an skeptisch auf Lorenz’ Aussage, aber aus alter Verbundenheit glaubt „Schenki“ seinem alten Kumpel. Und tatsächlich führt bald eine erste Spur vom Bruder des Opfers, dem Drogensüchtigen Mirko Pohl (Vincent Redetzki), zu einer von Russen betriebenen Firma, die angeblich mit Delikatessen handelt und deren aggressiver Juniorchef sich äußerst verdächtig verhält. Zudem gibt es offenbar direkte verwandtschaftliche Verbindungen zu einem zwielichtigen Hotelier, der schon lange in Verdacht steht, Chef der lokalen Russenmafia zu sein.

Plot-Twists und Spannung – aber nicht sehr neu

Aber Ballauf bleibt skeptisch. Allein schon, weil auf den Bildern der Überwachungskamera, die den tragischen Unfall festgehalten hat, kein schwarzer Jeep zu sehen ist. Und es gibt auch noch weitere Gründe, die gegen die Beteiligung der Russenmafia sprechen. Dennoch steigert sich Lorenz immer weiter in seine Russenmafiatheorie hinein, beginnt wie ein Besessener auf eine eigene Faust zu ermitteln, konstruiert Verschwörungstheorien und spricht sogar von einem Maulwurf, den die Mafia bei der Mordkommission eingeschleust habe. Und seine teilweise irrwitzigen Ermittlungen und Behauptungen stellen schließlich das Kölner Team vor eine schwerwiegenden Belastungsprobe.

Es bleiben nur die Klischees

So weit, so spannend. Auch die Auflösung dieses Falls ist besonders für nicht eingefleischte Krimi-Zuschauer höchst überraschend. Allerdings hat man Ähnliches gerade erst vor zwei Wochen in der Schwarzwald-Tatort-Folge „Damian“ gesehen. Eine bessere Absprache zwischen den für den „Tatort“ zuständigen Redaktionen hätte solch eine ärgerliche Doublette verhindert. Aber leider gibt es noch andere Schwächen in diesem Film. So hat Wiesnekker oft bewiesen, dass er ein ausdrucksstarker Schauspieler ist. Aber hier agiert er mit so einer übertriebenen Emphase, dass es schwerfällt, seiner Figur zuzuschauen. Und auch andere Akteure tragen so dick auf, dass sie bestenfalls als billige Klischees taugen.

Das ist wirklich schade, weil die Geschichte eigentlich – mit der schon erwähnten Einschränkung – originell ist. Und weil es sogar eine richtig spannende Actionszene gibt, die in einer Autowaschanlage spielt. Da beweist Regisseur Sebastian Ko sein Gespür für gut gemachte Krimi-Unterhaltung. Doch der größte Teil des Films wirkt leider so überinszeniert, dass das Zuschauen einfach keinen rechten Spaß macht.

Von Ernst Corinth

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