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Fernsehen George R. R. Martin wird 70 – ein Nerd mit Kultstatus
Nachrichten Medien Fernsehen George R. R. Martin wird 70 – ein Nerd mit Kultstatus
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07:03 20.09.2018
Schriftsteller George R. R. Martin. Quelle: J. L. Cereijido/EFE/dpa
Berlin

Der Mann mit dem weißen Weihnachtsmannbart lässt sich Zeit. Seit sieben Jahren schon warten seine Fans auf die letzten beiden Bände seiner legendären Fantasy-Saga „Das Lied von Eis und Feuer“. Als Fernsehadaption machte der düstere Zyklus als „Game of Thrones“ Furore. Inzwischen hat die Serie die Romane überholt: Während der Kampf um den Eisernen Thron 2019 auf dem Bildschirm in die letzte Runde geht, schreibt George R. R. Martin noch an der Buchreihe, die weit detailreicher ist als die Serie.

Wenn der US-Autor am Donnerstag 70 Jahre alt wird, feiern die Fans mit einer Träne im Auge: In den Internetforen geht seit Langem die Angst um, der Autor werde sterben, ehe er sein Jahrhundertepos vollendet. Wenn er in seinem Blog von einem Ausflug oder einem Kneipenabend schreibt, fordern ihn die Fans schon mal auf, er solle sich lieber an die Arbeit machen. Der Autor kokettiert gern mit seinem Schneckentemposchreiben. „Nichts ärgert mich mehr als die ständige Frage, wer meine Bücher vollenden wird, sollte ich vorher sterben“, grummelte Martin einmal. Allerdings erhöht das Mysterium um das Ende den Kultfaktor. Wenn die Anhänger zu sehr drängeln, droht der Autor schon mal damit, einen weiteren Sympathieträger über die Klinge springen zu lassen. Dafür ist Martin berüchtigt, er soll schon 1200 Figuren auf dem Gewissen haben. Seine erbarmungslose Welt inspirierte den Trend der Dark Fantasy, der düsteren Fantasy.

George R. R. Martin als der neue Tolkien?

Die mittelalterliche Welt Westeros mit ihren Machtkämpfen und Intrigen in Bettgemächern und Königssälen mag für die Anhänger ein Wunderland sein, der Autor selbst würde jedoch lieber in der Welt von „Herr der Ring“ leben. „Ich könnte ein Elb sein. Ich wäre der erste dicke Elb überhaupt“, witzelte er 2015 bei einer Lesung in Hamburg. Inzwischen gilt der Mann mit dem Kugelbauch und der charakteristischen Schirmmütze selbst als neuer Tolkien. Die auf seinen Büchern basierende Fernsehserie „Game of Thrones“ hat seit der ersten Episode im Jahr 2011 in der Populärkultur eine ähnlich bahnbrechende Wirkung erzielt wie Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmungen. Zwölf Millionen Menschen schauten das Finale der jüngsten Staffel. Neben Tolkien ist Shakespeare ein großes Vorbild für Martin. Anklänge an das „Nibelungenlied“ und die historischen Rosenkriege unterfüttern die Fantasy-Saga. Martins Bücher sind auch eine Parabel auf aktuelle Konflikte und begeistern deshalb auch Leser jenseits der Genreliteratur.

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Der erste Band von Martins Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ wurde 1996 in den USA veröffentlicht, der Verlag hoffte auf bescheidene 5000 verkaufte Exemplare. Inzwischen sind die Romane weltweit mehr als 70 Millionen Mal über den Ladentisch gegangen. Aus der ursprünglichen Trilogie wurden im Original fünf Bände (in der deutschen Übersetzung sind es zehn), die Abstände dazwischen immer länger. In dem vorletzten Band „Winds of Winter“ sollen die Thronanwärterin Daenerys Targaryen und ihre Drachen entscheidende Rollen spielen. Ein Erscheinungstermin steht allerdings noch nicht fest.

Auf dem Bildschirm wird es auch nach dem Finale weitergehen: Gleich fünf Spin-off-Serien sind geplant. Sie sollen zeitlich vor der Originalgeschichte angesiedelt sein, die bekannten Figuren und Schauspielern nicht auftauchen. Martin verriet jüngst in seinem Blog, er bevorzuge den Titel „Die lange Nacht“. Mehr ist nicht bekannt. Unbekannte Fans haben aber bereits einen Trailer für eine Spin-Off-Idee gedreht.

Martin: „Heute regieren Nerds die Welt“

Das „Time“-Magazin zählt Martin zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Doch der in New Mexico lebende US-Amerikaner sieht den Ruhm mit gemischten Gefühlen, wie er einst in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) verriet. „Ich vermisse es, bei einer Comic-Convention stundenlang ungestört in einem Stapel nach einem Heft zu suchen, das mir noch in meiner Sammlung fehlt. Selfie-Jäger überall. Wie ein Hai muss ich ständig in Bewegung bleiben. Einmal ging ich vor die Tür, um in New York City einen Hotdog zu kaufen, das war ein großer Fehler.“

Im Gespräch wirkt er entspannt und ein wenig kauzig. Mit Worten und Witz kann er so gut umgehen wie seine Lieblingsfigur, der clevere Zwerg Tyrion. Er steht für den Kultstatus des Freaks. „Als Student habe ich Schach gespielt und Comics gelesen. Wir waren Ausgestoßene, Nerds. Heute regieren wir die Welt“, sagte Martin im Interview.

Martin wuchs in einer Sozialwohnung in Bayonne, New Jersey, auf. Die Familie hatte kein Geld für Auto oder Urlaub. Mit Comics reiste er in andere Welten. Batman habe er aber nie sein wollen, weil er dann seinen Körper so hätte stählen müssen, verriet er einmal. Mit der Reihe „Wild Cards“ hat Martin inzwischen eine eigene Superheldenserie geschaffen, und sein Science-Fiction-Roman „Sturm über Windhaven“ ist gerade als Graphic Novel erschienen – nur zwei Beispiele für zahlreiche weitere Veröffentlichungen neben der Westeros-Geschichte. Nach einem Journalismusstudium veröffentlichte er 1971 seine erste Kurzgeschichte namens „The Hero“ im Science-Fiction-Magazin „Galaxy“, 1977 folgte das Romandebüt „Dying of the Light“.

Nicht nur als Autor sammelt Martin Figuren. In seinem Haus in Santa Fe hortet er Zinnsoldaten und Spielzeugritter. „Ich mag wie ein Greis aussehen, aber innen bin ich noch immer ein Zwölfjähriger“, kommentiert er. Als Kind dachte er sich Geschichten zu Alienfiguren aus. Daran hat sich auch in seinem 70. Lebensjahr nichts geändert.

Von Nina May / RND

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