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10:25 20.08.2018
 Anne Will, Fernsehjournalistin, ist zurück aus der Sommerpause. Quelle: dpa
Berlin

 Endlich mal nicht das Flüchtlingsthema! Anfang Juli, als die Union vor dem Abgrund stand und der Bruch zwischen CDU und CSU unvermeidlich erschien, hatte Anne Will ihre Sommerpause unterbrochen, war ins Studio geeilt. Doch es wurde eine fahrige Sendung, ohne Substanz und Relevanz. Ganz anders war es nun bei ihrem Comeback nach der Ferienunterbrechung. Da lieferte sie eine durch und durch ausgeruhte Sendung ab.

Ein bedeutsames Thema („Der Dürre-Sommer - wie müssen wir unser Verhalten”), drei Gäste aus der Politik, dazu der Doyen unter Deutschlands Klimaforschern und ein betroffenerer Landwirt aus dem hohen Norden, als Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes einflussreicher Agrarfunktionär - es wird ein erfrischend besonnener Talk.

„Ist das noch Wetter? Oder ist es schon Klima?“

Es geht zunächst um Befunde, die selbst ein Alexander Gauland nicht mehr leugnen könnte, wäre er für Argumente zugänglich: Über den zweiten „Jahrhundertsommer“ dieses Jahrhunderts, die Zunahme von Wetterextremen. „Ist das noch Wetter? Oder ist es schon Klima?“, fragt Moderatorin Will den Potsdamer Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber.

Natürlich sei es das Klima, das sich verändere. 97 bis 98 Prozent seiner Forscherkollegen seien sich da einig. Immer wieder an diesem Abend wird Schellnhuber die Gelegenheit nutzen, um Szenarien zu malen für den Fall, dass die globale Durchschnittstemperatur weiter ungebremst steigt - um weitere drei bis vier Grad in diesem Jahrhundert. Da geht es um steigende Meeresspiegel, um Klimaflüchtlinge und ein Afrika, in dem eines Tages keine Landwirtschaft mehr möglich sein werde.

Bemerkenswert an diesem Abend ist aber auch der Auftritt von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Die CDU-Politikerin ist Winzerstochter. Ihr Bruder führt das Familienweingut noch heute. Dass Klöckner nicht bereit ist, die Hilfsgelder quasi mit der Gießkanne über Deutschlands Landwirte auszuschütten, ist das Erstaunliche. Damit unterscheidet sie sich von CDU-Agrarpolitik alten Stils. Nicht jedes Problem sei auf die aktuelle Dürre zurückzuführen, sagt sie. Ob es Hilfen geben müsse, werde sich diese Woche entscheiden. Dem wolle sie nicht vorgreifen. Genaue Zahlen zur Schadensbilanz würden erst am Montagabend vorliegen.

FDP-Mann Pinkwart erteilt dem Klimaschutz eine Absage

Das Befremden über Klöckners Zurückhaltung bei möglichen Hilfsgeldern ist Bauernfunktionär Werner Schwarz, dem bei sich daheim in Schleswig-Holstein wegen der Trockenheit gerade das Futter für seine 4500 Schweine ausgeht, steht das Unverständnis ins Gesicht geschrieben. Doch er verzichtet darauf, Klöckner frontal zu attackieren. Schließlich sind Schwarz und seine Kollegen auf die Pfälzerin angewiesen, soll es überhaupt Hilfen geben.

Womit in der Runde das Zeichen gesetzt ist für eine weitere Vertiefung des Themas: Nämlich die Frage, ob man mögliche Unterstützungszahlungen nicht zum Anlass nehmen sollte, eine notwendige Agrarwende zu forcieren. Talkshow-Gast Annalena Baerbock hätte da schon ein paar Vorschläge, bei denen es um eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik geht. Erstaunlich aber: Baerbock – an diesem Abend in schwarz-grünem Outfit – gibt sich durch und durch moderat, viel zahmer als früher die Renate Künasts und Bärbel Höhns ihrer Partei.

In dieser Debatte meldet sich dann auch FDP-Politiker Andreas Pinkwart zu Wort, dessen Parteichef Christian Lindner den Deutschen gerade empfohlen hat, zum Klimaschutz Regenwald zu kaufen. Was Pinkwart bei Anne Will äußert, ist dagegen FDP pur: Der Liberale aus Nordrhein-Westfalen fordert marktwirtschaftliche Lösungen statt Preisdiktate etwa bei Flugtickets, erteilt Klimaschutz mit der Brechstange eine Absage.

Das aber ruft schließlich Klimaforscher Schellnhuber auf den Plan und damit jenen Mann, der vor zehn Jahren, als Angela Merkel noch als Klimakanzlerin galt, ihr Berater war. Er erzählt einen Witz über einen Mann, der vom Empire State Building herunterstürzt und beim Passieren des 2. Stockwerks feststellt, bisher sei doch nichts Schlimmes passiert. Schellnhuber scheint die Hoffnung nicht aufgegeben zu haben, hält ein Umsteuern in der Klimapolitik noch für möglich: „Vielleicht ist diese Sendung ja der Anfang!“

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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