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Fernsehen Dschungelcamp: Witz und Drama Mangelware
Nachrichten Medien Fernsehen Dschungelcamp: Witz und Drama Mangelware
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08:24 22.01.2017
Balanceakt: Marc Terenzi (oben) und Jens Büchner bei der Dschungelprüfung. Quelle: RTL
Murwillumbah

All das, was in den vergangenen Jahren für (Schaden)Freude am heimischen Bildschirm sorgte, ist 2017 Mangelware.

Drama: Schreiduelle, menschliche Abgründe – Fehlanzeige. Höhepunkt des Dissenses im Busch am Sonnabend: Icke Häßler behauptet, Hanka Rackwitz nehme sich immer mehr Essen, als sie den anderen zugestehe. Und zählt ihr die Löffel, sechs, in den Mund. Lustigerweise nimmt sie sich dann, Zwangshandlung bleibt Zwangshandlung, genau sechs Löffel, nachdem das Ärgerchen verpufft ist.

Erotik: Sarah-Joelle hatte stets zu wenig an, fand Hanka. Die Zuschauer waren wohl anderer Meinung und wählten das Sternchen, das als „Pocher-Luder“ von sich reden gemacht hatte, raus – ach so, das war ja schon in der vorletzten Folge. Statt voyeuristischer Waschszenarien im trüben Kunsttümpel gibt es diesmal nur Menschen, die aufgrund irgendwelcher Plumpsklo-Neurosen jenen Tümpel noch trüber werden lassen.

Spannung: Dreht Markus Majowski doch noch durch, zeigt er sein wahres Gesicht? Beinahe wäre es so weit gewesen. Als der – bisher beste – Schauspieler, den das Camp gesehen hat, nach der Schatzsuche, der Zweier-Challenge, bei dem ein Kandidatenpaar einen Extrapreis für die Camper gewinnen kann, nicht schnell genug von der Zielscheibe, vor der er stand, losgebunden wurde, rastete er aus. Wenn auch nur ganz kurz. „Du kriegst ein Anzeige von mir, los, mach auf“, zischte er in Richtung Spielpartnerin Kader Loth oder einem unsichtbaren RTL-Mitarbeiter – man weiß es nicht. Psycho-Majowski hätte wirklich Pfeffer in die zweite Woche bringen können. Hätte. Doch das TV-Publikum wählte ausgerechnet in aus dem Camp. Volkes Wille ist in diesen Tagen ja nicht immer nachzuvollziehen.

Witz: Funkelnde Rhetorik und bissige Ironie aus der Feder von Micky Beisenherz und Co. haben noch jedes Camp gerettet. Diesmal scheinen auch die Gagschreiber an der nichtexistenten Originalität der Kandidaten zu scheiterten. Die Kalauer kreisen meist unterhalb einer Gürtellinie, die man mit diesen Insassen gewiss nicht unterschreiten möchte.

Action: Die Dschungelprüfungen bestehen gemeinhin aus einer fiesen Vielfalt. Mal Würge-Wette, mal Sportaufgabe, dann wieder Ratespiel. Ganze drei originelle Prüfungen gab es während dieser Staffel, ansonsten musste nur Widerliches geschluckt oder zerkaut werden. Dass Marc Terenzi und Jens Büchner auf zwei Drahtseilen über eine Schlucht robben und dabei Sterne sammeln mussten, wäre noch als originell zu verbuchen gewesen: Vor vielen Jahren blamierte sich der großmäulige Peter Bond bei dieser Prüfung unsterblich. Doch während auf dem oberen Seil Terenzi in seinem unverständlichen Kauderwelsch aus Deutsch und Amerikanisch Anweisungen in die Schlucht stammelte, fiel unten Büchner mehrfach vom Seil – und gänzlich aus dem Rahmen. „Ich bin zu fett, jammerte er.“ Und schickte gleichzeitig eine Warnung an die Mutter einiger seiner acht Kinder. „Schatz ich kann nie wieder Kinder machen, ich schwöre! Ah, tut das weh. Den letzten Samenleiter haben wir heute durchtrennt.“ Ausbeute an Sternen: zwei.

Doppelbödigkeit, Intrigen: Dazu braucht es Intelligenz und Selbstdistanz. Stattdessen grinst sich Honey durchs Camp. Und diesmal gewinnt wohl, wer einfach nichts tut und liegen bleibt (Icke, Nicole). Gähn.

Von RND/Daniel Killy

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